Wie läuft die Abschlussprüfung als Automobilkaufmann ab?
Sie ist gestreckt und besteht aus fünf Prüfungsbereichen. Teil 1 in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres prüft „Warenwirtschafts- und Werkstattprozesse“ in 90 Minuten und zählt 20 Prozent. In Teil 2 kommen „Fahrzeugvertriebsprozesse und Finanzdienstleistungen“ und „Kaufmännische Unterstützungsprozesse“ mit je 90 Minuten und je 25 Prozent dazu, Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten und 10 Prozent, und der mündliche Prüfungsbereich „Kundendienstprozesse“ mit 20 Prozent.
Gibt es eine Zwischenprüfung?
Nein. Mit der Ausbildungsordnung von 2017 ist sie entfallen. An ihre Stelle tritt Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung, und der zählt anders als eine Zwischenprüfung mit 20 Prozent in die Endnote. Wiederholen kannst du ihn nicht: Fällst du in der Abschlussprüfung durch, wird Teil 2 wiederholt, das Ergebnis von Teil 1 bleibt stehen.
Was ist das fallbezogene Fachgespräch, und wie bereite ich mich darauf vor?
Es ist der mündliche Prüfungsbereich „Kundendienstprozesse“ und trägt 20 Prozent. Der Prüfungsausschuss legt dir zwei praxisbezogene Aufgaben vor, du wählst eine aus, hast 20 Minuten Vorbereitungszeit und führst dann ein Gespräch von höchstens 20 Minuten. Du reichst dafür nichts vorab ein und wählst auch kein Thema selbst. Geübt wird das bei uns genauso: zwei Aufgaben zur Wahl, Vorbereitung, Gespräch, danach Rückmeldung.
Worauf achtet der Ausschuss im Fachgespräch am meisten?
Auf die Schnittstellen. Ein Kundendienstfall im Autohaus hängt fast immer an einer anderen Abteilung: Der Ersatzwagen kommt aus dem Fuhrpark, das Ersatzteil aus dem Lager, die Kulanz braucht die Zustimmung des Herstellers, die Gutschrift die Buchhaltung. Wer den Fall nur vom Serviceschalter aus löst, verschenkt Punkte. Dazu kommt, dass du deine Vorgehensweise begründen und dein Ergebnis am Ende selbst bewerten sollst.
Muss ich als Automobilkaufmann etwas von Technik verstehen?
So viel, dass du mit Kunden und Werkstatt reden kannst. Der Prüfungskatalog führt Kraftübertragung, Hydraulik, Elektronik, Antriebstechnologien sowie aktive und passive Fahrzeugsicherheit ausdrücklich auf, dazu Sichtprüfung, Diagnose, Wartungsdienst und das Prüfen von Füllständen. Geschraubt wird in der Prüfung nicht — gefragt ist, ob du einen Werkstattauftrag richtig aufnimmst, einen Kostenvoranschlag erklärst und einen Rückruf einordnest.
Wie viel wird angekreuzt und wie viel frei geschrieben?
Das ist in diesem Beruf je Bereich verschieden. Teil 1 und die Wirtschafts- und Sozialkunde laufen vollständig über den Lösungsbogen, du kreuzt also an, ordnest zu oder trägst ein Ergebnis ein. Die beiden großen Fachbereiche von Teil 2 sind dagegen frei zu formulieren und zu rechnen, mit Rechenweg. Eine Formelsammlung wird dir nicht ausgehändigt.
Was ist die Differenzbesteuerung, und warum kommt sie immer wieder dran?
Sie ist die Umsatzsteuerregel für den Gebrauchtwagenhandel: Kauft das Autohaus ein Fahrzeug von einer Privatperson, gibt es keine Vorsteuer, und versteuert wird beim Weiterverkauf deshalb nur die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis (§ 25a Umsatzsteuergesetz). Aus dieser Differenz wird die Steuer herausgerechnet, und in der Rechnung darf sie nicht gesondert ausgewiesen werden. Diese letzte Regel ist die häufigste Falle.