Verkäufer / Verkäuferin
Formelsammlung
Alle Rechenwege für die Abschlussprüfung. Zu jeder Formel eine kurze Erklärung und eine Beispielaufgabe zum Nachrechnen.
Handelskalkulation
| Schritt | Bezug | Verkauf | |
|---|---|---|---|
| Listeneinkaufspreis (LEP) | LANGSAM | ||
| − | Rabatt | RENNT | |
| = | Zieleinkaufspreis (ZEP) | ZOE | |
| − | Skonto | SICHER | |
| = | Bareinkaufspreis (BEP) | BIS | |
| + | Bezugskosten (BZK) | BADEN | |
| = | Bezugs-/Einstandspreis (BZP) | BADEN | BIBER |
| + | Handlungskosten (HK) | HABEN | |
| = | Selbstkosten (SK) | STETS | |
| + | Gewinn | GROSSE | |
| = | Nettoverkaufspreis (NVP) | NESTER | |
| + | Umsatzsteuer (USt) | UNTER | |
| = | Bruttoverkaufspreis (BVP) | BÄUMEN. |
Eselsbrücke · Bezugskalkulation
LANGSAM RENNT ZOE SICHER BIS BADEN BADEN.
Eselsbrücke · Verkaufskalkulation
BIBER HABEN STETS GROSSE NESTER UNTER BÄUMEN.
Kalkulationszuschlagssatz (KZS)
Rechnet in einem Schritt vom Bezugspreis zum Brutto-Verkaufspreis: Handlungskosten, Gewinn und Umsatzsteuer stecken darin.
Erklärung und Beispiel
Er fasst die ganze Verkaufskalkulation in einer Zahl zusammen: Handlungskosten, Gewinn und Umsatzsteuer stecken darin. Damit kommst du in einem Schritt vom Bezugspreis zum Preis im Regal.
In der Prüfung: Er bezieht sich auf den Bezugspreis, nicht auf den Verkaufspreis, und in der Prüfung wird oft der Bruttoverkaufspreis vorgegeben, den du erst brauchst.
Beispielaufgabe
Der Bezugspreis eines Artikels beträgt 40,00 €, verkauft wird er für 95,20 € brutto. Wie hoch ist der Kalkulationszuschlagssatz?
(95,20 € − 40,00 €) × 100 ÷ 40,00 € = 138 %
Kalkulationsfaktor (KF)
Mit dieser Zahl multipliziert, wird aus dem Bezugspreis der Brutto-Verkaufspreis.
Erklärung und Beispiel
Dieselbe Aussage wie der Zuschlagssatz, nur als Multiplikator statt als Prozentsatz. Für die tägliche Preisauszeichnung ist er bequemer: Bezugspreis mal Faktor, fertig.
In der Prüfung: Der Faktor ist immer größer als 1. Kommt eine Zahl unter 1 heraus, hast du Zähler und Nenner vertauscht.
Beispielaufgabe
Der Bezugspreis beträgt 40,00 €, der Bruttoverkaufspreis 95,20 €. Wie hoch ist der Kalkulationsfaktor?
95,20 € ÷ 40,00 € = 2,38Jeder eingekaufte Euro wird für 2,38 € verkauft.
Handelsspanne (HS)
Anteil am Netto-Verkaufspreis, der über den Bezugspreis hinausgeht. Er deckt Handlungskosten und Gewinn.
Erklärung und Beispiel
Der Anteil am Nettoverkaufspreis, der über den Bezugspreis hinausgeht. Aus ihr müssen Handlungskosten und Gewinn bezahlt werden.
In der Prüfung: Sie rechnet vom Netto-Verkaufspreis, der Zuschlagssatz vom Bezugspreis. Beide beschreiben dieselbe Kalkulation, aber mit anderer Bezugsgröße.
Beispielaufgabe
Der Bezugspreis beträgt 40,00 €, der Nettoverkaufspreis 80,00 €. Wie hoch ist die Handelsspanne?
(80,00 € − 40,00 €) × 100 ÷ 80,00 € = 50 %
Handlungskostenzuschlagssatz
Sagt, wie viel Prozent für Personal, Miete und Energie auf den Wareneinsatz aufgeschlagen werden.
Erklärung und Beispiel
Er sagt, wie viel Prozent für Personal, Miete, Energie und Werbung auf den Wareneinsatz aufgeschlagen werden müssen. Die Zahlen dafür stehen im Gewinn- und Verlustkonto.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Wareneinsatz, nicht der Umsatz. Und die Handlungskosten sind alle Aufwendungen ohne die für Waren.
Beispielaufgabe
Ein Betrieb hat 100.000,00 € Wareneinsatz und 75.000,00 € Handlungskosten. Wie hoch ist der Handlungskostenzuschlagssatz?
75.000,00 € × 100 ÷ 100.000,00 € = 75 %
Gewinnzuschlagssatz
Sagt, wie viel Prozent Gewinn auf die Selbstkosten aufgeschlagen werden.
Erklärung und Beispiel
Der Prozentsatz, den der Betrieb auf seine Selbstkosten aufschlägt. Er ist die letzte Stufe vor dem Nettoverkaufspreis.
In der Prüfung: Bezugsgröße sind die Selbstkosten, nicht der Wareneinsatz und nicht der Umsatz.
Beispielaufgabe
Die Selbstkosten betragen 80.000,00 €, der Gewinn 9.600,00 €. Wie hoch ist der Gewinnzuschlagssatz?
9.600,00 € × 100 ÷ 80.000,00 € = 12 %
Gewinn in €
Erklärung und Beispiel
Die Umkehrung des Gewinnzuschlagssatzes: Aus Prozent wird ein Betrag. So kommst du von den Selbstkosten auf den Nettoverkaufspreis.
In der Prüfung: Der Gewinn wird auf die Selbstkosten aufgeschlagen, nicht aus dem Verkaufspreis herausgerechnet.
Beispielaufgabe
Die Selbstkosten betragen 80.000,00 €, der Gewinnzuschlagssatz 12 %. Wie hoch ist der Gewinn in Euro?
80.000,00 € × 12 ÷ 100 = 9.600,00 €
Rohgewinn
Nettoverkaufspreis − Bezugspreis
Auch Rohertrag genannt. Oder: Umsatzerlöse für Waren − Aufwendungen für Waren.
Erklärung und Beispiel
Was vom Verkaufserlös übrig bleibt, wenn nur der Einkauf der Ware abgezogen ist. Auch Rohertrag genannt.
In der Prüfung: Der Rohgewinn ist noch kein Gewinn: Miete, Personal und Energie sind darin nicht abgezogen.
Beispielaufgabe
Der Nettoverkaufspreis beträgt 80,00 €, der Bezugspreis 40,00 €. Wie hoch ist der Rohgewinn?
80,00 € − 40,00 € = 40,00 €
Reingewinn
Rohgewinn − Handlungskosten
Auch: Umsatzerlöse für Waren − Selbstkosten.
Erklärung und Beispiel
Der Rohgewinn abzüglich aller Handlungskosten. Er ist das, was der Betrieb am Ende wirklich verdient hat, und steht im Gewinn- und Verlustkonto als Saldo.
In der Prüfung: Verwechsle ihn nicht mit dem Rohgewinn: Die Prüfung fragt oft nach beiden in derselben Aufgabe.
Beispielaufgabe
Der Rohgewinn beträgt 100.000,00 €, die Handlungskosten 75.000,00 €. Wie hoch ist der Reingewinn?
100.000,00 € − 75.000,00 € = 25.000,00 €
Wareneinsatz
Absatzmenge × Bezugspreis
Was die verkaufte Ware im Einkauf gekostet hat.
Erklärung und Beispiel
Was die verkaufte Ware im Einkauf gekostet hat. Im Gewinn- und Verlustkonto sind das die Aufwendungen für Waren.
In der Prüfung: Der Wareneinsatz rechnet mit Einstandspreisen, nie mit Verkaufspreisen. Er ist die Bezugsgröße für Handlungskostenzuschlag und Lagerumschlag.
Beispielaufgabe
Verkauft wurden 2.500 Stück zu einem Bezugspreis von 40,00 €. Wie hoch ist der Wareneinsatz?
2.500 Stück × 40,00 € = 100.000,00 €
Rabatt, Skonto und Umsatzsteuer
Rabattbetrag
Ausgangswert ist beim Einkauf der Listeneinkaufspreis, beim Verkauf an den Kunden der Verkaufspreis.
Erklärung und Beispiel
Ein Preisnachlass, der sofort vom Listenpreis abgezogen wird. Beim Einkauf gewährt ihn der Lieferant, beim Verkauf der Betrieb dem Kunden.
In der Prüfung: Achte darauf, wovon der Rabatt gerechnet wird: beim Einkauf vom Listeneinkaufspreis, beim Verkauf vom Verkaufspreis.
Beispielaufgabe
Auf einen Listenpreis von 1.200,00 € gewährt der Lieferant 15 % Rabatt. Wie hoch ist der Rabattbetrag?
1.200,00 € × 15 ÷ 100 = 180,00 €Zu zahlen sind dann 1.020,00 €.
Skontobetrag
Abzug fürs schnelle Zahlen: Der Rechnungsbetrag sind 100 %, bei 2 % Skonto werden 98 % überwiesen.
Erklärung und Beispiel
Ein Abzug fürs schnelle Zahlen. Der Rechnungsbetrag sind 100 %, bei 2 % Skonto werden 98 % überwiesen.
In der Prüfung: Skonto wird vom Rechnungsbetrag nach Rabatt gerechnet, nicht vom Listenpreis.
Beispielaufgabe
Eine Rechnung über 2.400,00 € wird mit 2 % Skonto bezahlt. Wie hoch ist der Skontobetrag?
2.400,00 € × 2 ÷ 100 = 48,00 €Überwiesen werden 2.352,00 €.
Umsatzsteuer
Regelsatz 19 %, ermäßigt 7 % für Lebensmittel und Bücher.
Erklärung und Beispiel
Sie wird auf den Nettobetrag aufgeschlagen und mit der Rechnung an den Kunden weitergegeben. Der Betrieb führt sie ans Finanzamt ab.
In der Prüfung: Regelsatz 19 %, ermäßigt 7 % für Lebensmittel und Bücher. Welcher Satz gilt, steht meist nicht da; das musst du am Artikel erkennen.
Beispielaufgabe
Ein Artikel kostet netto 250,00 €. Wie hoch ist die Umsatzsteuer bei 19 %?
250,00 € × 19 ÷ 100 = 47,50 €Der Bruttopreis beträgt 297,50 €.
Nettobetrag aus dem Bruttobetrag
Der Bruttobetrag entspricht 119 % des Nettobetrags; bei 7 % sind es 107 %, dann × 100 ÷ 107.
Erklärung und Beispiel
Der umgekehrte Weg: Aus dem Preis im Regal wird der Betrag ohne Steuer. Der Bruttobetrag entspricht 119 % des Nettobetrags.
In der Prüfung: Nicht einfach 19 % abziehen, das ergibt einen zu kleinen Wert. Die Steuer wird herausgerechnet, nicht abgezogen.
Beispielaufgabe
Ein Artikel kostet 357,00 € brutto. Wie hoch ist der Nettobetrag bei 19 % Umsatzsteuer?
357,00 € × 100 ÷ 119 = 300,00 €Bei 7 % wird stattdessen × 100 ÷ 107 gerechnet.
Lagerkennzahlen
Meldebestand
Tagesabsatz × Lieferzeit + Mindestbestand
Ist dieser Bestand erreicht, muss bestellt werden. Sonst reicht die Ware bis zur Lieferung nicht.
Erklärung und Beispiel
Der Wecker im Lager: Ist er erreicht, muss bestellt werden. Er deckt den Verbrauch während der Lieferzeit ab, plus die eiserne Reserve.
In der Prüfung: Der Mindestbestand wird addiert, nicht abgezogen, denn er ist der Puffer, der übrig bleiben soll.
Beispielaufgabe
Ein Artikel wird täglich 10-mal verkauft, die Lieferzeit beträgt 3 Tage, der Mindestbestand 20 Stück. Wie hoch ist der Meldebestand?
10 Stück × 3 Tage + 20 Stück = 50 Stück
Ø Lagerbestand (einfach)
Reicht, wenn nur Anfangs- und Endbestand bekannt sind.
Erklärung und Beispiel
Wie viel Ware im Schnitt über das Jahr im Lager lag. Er ist die Bezugsgröße für fast jede andere Lagerkennzahl.
In der Prüfung: Steht die Frage in Euro, rechnest du mit Einstandspreisen, nie mit Verkaufspreisen.
Beispielaufgabe
Am 1. Januar lagen Waren für 8.000,00 € im Lager, am 31. Dezember für 6.000,00 €. Wie hoch ist der durchschnittliche Lagerbestand?
(8.000,00 € + 6.000,00 €) ÷ 2 = 7.000,00 €
Ø Lagerbestand (genau)
Dreizehn Werte, dreizehn Teiler. Der Anfangsbestand zählt mit.
Erklärung und Beispiel
Wer die Monatswerte hat, rechnet genauer. Ein Saisonartikel, der im Sommer das Lager füllt und im Winter leer steht, sieht in der einfachen Formel harmlos aus.
In der Prüfung: Der häufigste Fehler ist der Teiler 12. Es sind dreizehn Werte: der Anfangsbestand plus zwölf Monatsenden.
Beispielaufgabe
Der Anfangsbestand beträgt 6.600,00 €, die zwölf Monatsendbestände summieren sich auf 71.400,00 €. Wie hoch ist der durchschnittliche Lagerbestand?
(6.600,00 € + 71.400,00 €) ÷ 13 = 6.000,00 €
Ø Lagerbestand (aus dem Umschlag)
Der Umsatz zu Einstandspreisen ist der Wareneinsatz. Die LU-Formel nach dem Bestand umgestellt.
Erklärung und Beispiel
Die dritte Umstellung derselben Beziehung. Kennst du den Wareneinsatz und die Umschlagshäufigkeit, brauchst du keine Monatsbestände, um auf den durchschnittlichen Bestand zu kommen.
In der Prüfung: Umsatz zu Einstandspreisen ist dasselbe wie Wareneinsatz, nur die im Lager übliche Bezeichnung. Wer stattdessen den Umsatz zu Verkaufspreisen einsetzt, bekommt einen viel zu hohen Bestand.
Beispielaufgabe
Der Umsatz zu Einstandspreisen beträgt 96.000,00 €, die Umschlagshäufigkeit 12. Wie hoch ist der durchschnittliche Lagerbestand?
96.000,00 € ÷ 12 = 8.000,00 €
Lagerumschlagshäufigkeit (LU)
Wie oft das Lager im Jahr verkauft und neu gefüllt wird.
Erklärung und Beispiel
Wie oft das Lager im Jahr komplett verkauft und neu gefüllt wird. Eine hohe Zahl ist gut: Die Ware liegt kürzer, bindet weniger Geld und veraltet nicht.
In der Prüfung: Oben steht der Wareneinsatz, also der Umsatz zu Einstandspreisen, nicht der Umsatz. Sonst kommt eine viel zu hohe Zahl heraus.
Beispielaufgabe
Der Wareneinsatz beträgt 96.000,00 €, der durchschnittliche Lagerbestand 8.000,00 €. Wie hoch ist die Umschlagshäufigkeit?
96.000,00 € ÷ 8.000,00 € = 12Das Lager wird zwölfmal im Jahr umgeschlagen.
Lagerumschlagshäufigkeit (aus dem Absatz)
Wenn die Aufgabe Mengen nennt statt Werte: Absatz in Stück, Bestand in Stück.
Erklärung und Beispiel
Derselbe Wert, gerechnet aus Mengen statt aus Geld. Nimm diesen Weg, wenn die Aufgabe Stückzahlen nennt und keine Preise.
In der Prüfung: Oben und unten muss dieselbe Einheit stehen: Stück gegen Stück, Euro gegen Euro. Jahresabsatz in Stück durch einen Bestand in Euro zu teilen, ergibt eine Zahl ohne Bedeutung.
Beispielaufgabe
Der Jahresabsatz beträgt 24.000 Stück, der durchschnittliche Lagerbestand 2.000 Stück. Wie hoch ist die Umschlagshäufigkeit?
24.000 Stück ÷ 2.000 Stück = 12
Lagerumschlagshäufigkeit (aus der Lagerdauer)
Die Umkehrung der Lagerdauer. Beide Wege führen zur selben Zahl.
Erklärung und Beispiel
Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer sind dieselbe Aussage von zwei Seiten. Kennst du die eine, hast du die andere mit einer Division.
In der Prüfung: Der Zähler ist immer 360, auch wenn die Aufgabe von Monaten spricht. Und die Lagerdauer gehört unter den Bruchstrich, nicht darüber.
Beispielaufgabe
Ein Artikel liegt im Schnitt 30 Tage im Lager. Wie oft wird das Lager im Jahr umgeschlagen?
360 Tage ÷ 30 Tage = 12Gegenprobe: 360 ÷ 12 ergibt wieder 30 Tage.
Ø Lagerdauer
Wie viele Tage ein Artikel im Schnitt im Lager liegt.
Erklärung und Beispiel
Dieselbe Aussage wie die Umschlagshäufigkeit, nur in Tagen. Sie zeigt anschaulich, wie lange das Geld im Regal gebunden ist.
In der Prüfung: Das Jahr hat 360 Tage und jeder Monat 30. So rechnet die IHK, auch wenn der Kalender etwas anderes sagt.
Beispielaufgabe
Die Umschlagshäufigkeit beträgt 12. Wie viele Tage liegt ein Artikel im Schnitt im Lager?
360 Tage ÷ 12 = 30 Tage
Inventurdifferenz
Sollbestand − Istbestand
Fehlt Ware, ist der Istbestand kleiner. In Prozent: Inventurdifferenz × 100 ÷ Sollbestand.
Erklärung und Beispiel
Der Unterschied zwischen dem, was laut Warenwirtschaft da sein müsste, und dem, was gezählt wurde. Ursachen sind Diebstahl, Bruch, Verderb oder Buchungsfehler.
In der Prüfung: Sollbestand minus Istbestand. Fehlt Ware, ist das Ergebnis positiv. In Prozent wird durch den Sollbestand geteilt.
Beispielaufgabe
Laut Warenwirtschaft müssten 1.240 Stück im Lager sein, gezählt wurden 1.198. Wie hoch ist die Inventurdifferenz?
1.240 Stück − 1.198 Stück = 42 StückIn Prozent: 42 × 100 ÷ 1.240 = 3,39 %.
Erfolg und Rentabilität
Eigenkapitalrentabilität
Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.
Erklärung und Beispiel
Wie gut sich das eigene Geld verzinst hat. Sie zeigt, ob sich das Unternehmen für den Inhaber mehr lohnt als eine Anlage bei der Bank.
In der Prüfung: Im Nenner steht nur das Eigenkapital, nicht das Gesamtkapital.
Beispielaufgabe
Der Gewinn beträgt 24.000,00 €, das Eigenkapital 150.000,00 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität?
24.000,00 € × 100 ÷ 150.000,00 € = 16 %
Gesamtkapitalrentabilität
Erklärung und Beispiel
Wie gut das gesamte eingesetzte Kapital gearbeitet hat, gleich ob eigenes oder geliehenes. Deshalb werden die Fremdkapitalzinsen wieder dazugerechnet.
In der Prüfung: Die Fremdkapitalzinsen gehören in den Zähler, denn sie sind Ertrag des Gesamtkapitals, auch wenn sie beim Gewinn schon abgezogen wurden.
Beispielaufgabe
Der Gewinn beträgt 24.000,00 €, die Fremdkapitalzinsen 6.000,00 €, das Gesamtkapital 250.000,00 €. Wie hoch ist die Gesamtkapitalrentabilität?
(24.000,00 € + 6.000,00 €) × 100 ÷ 250.000,00 € = 12 %
Umsatzrentabilität
Wie viel Gewinn in jedem Euro Umsatz steckt.
Erklärung und Beispiel
Wie viel Gewinn in jedem Euro Umsatz steckt. Im Einzelhandel sind einstellige Werte normal.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Umsatz, nicht das Kapital. Ein hoher Umsatz allein sagt nichts über den Erfolg.
Beispielaufgabe
Der Gewinn beträgt 24.000,00 € bei einem Umsatz von 600.000,00 €. Wie hoch ist die Umsatzrentabilität?
24.000,00 € × 100 ÷ 600.000,00 € = 4 %In jedem verkauften Euro stecken 4 Cent Gewinn.
Eigenkapitalquote
Anteil des Eigenkapitals am gesamten Kapital. Je höher, desto unabhängiger vom Kredit.
Erklärung und Beispiel
Der Anteil des eigenen Geldes am gesamten Kapital. Je höher sie ist, desto unabhängiger ist der Betrieb von Krediten und desto leichter bekommt er neue.
In der Prüfung: Sie ist eine Bilanzkennzahl, keine Erfolgskennzahl: Sie sagt nichts über den Gewinn.
Beispielaufgabe
Das Eigenkapital beträgt 150.000,00 €, das Gesamtkapital 250.000,00 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote?
150.000,00 € × 100 ÷ 250.000,00 € = 60 %
Produktivität
Je nach Betrieb als Umsatz je Quadratmeter Fläche, je Mitarbeiter oder je Arbeitsstunde.
Erklärung und Beispiel
Was aus dem Einsatz herauskommt, gemessen in Mengen oder Euro. Im Handel meist als Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche.
In der Prüfung: Anders als die Wirtschaftlichkeit vergleicht sie Mengen mit Mengen, nicht Euro mit Euro.
Beispielaufgabe
Ein Markt macht 480.000,00 € Umsatz auf 240 m² Verkaufsfläche. Wie hoch ist die Flächenproduktivität?
480.000,00 € ÷ 240 m² = 2.000,00 € je m²
Arbeitsproduktivität
Im Handel meist als Umsatz je Mitarbeiter oder Umsatz je Arbeitsstunde.
Erklärung und Beispiel
Der Ertrag je Arbeitsstunde oder je Mitarbeiter. Sie zeigt, ob mehr Personal auch mehr bringt.
In der Prüfung: Im Nenner stehen Arbeitsstunden oder Mitarbeiterzahl, nicht die Personalkosten.
Beispielaufgabe
Ein Betrieb erwirtschaftet 480.000,00 € Umsatz bei 12.000 Arbeitsstunden. Wie hoch ist die Arbeitsproduktivität?
480.000,00 € ÷ 12.000 Stunden = 40,00 € je Stunde
Werberendite
Wie viel Prozent des Werbebudgets als zusätzlicher Umsatz zurückkam.
Erklärung und Beispiel
Wie viel Prozent des Werbebudgets als zusätzlicher Umsatz zurückkam. Sie ist die Kennzahl, mit der sich eine Werbeaktion nachträglich in einer Zahl bewerten lässt.
In der Prüfung: Zwei Stolpersteine: Oben steht der Umsatz*zuwachs*, nicht der gesamte Umsatz. Und gefragt ist ein Prozentsatz: Das × 100 gehört dazu, sonst steht da ein Faktor.
Beispielaufgabe
Eine Werbeaktion kostete 9.000,00 € und brachte 36.000,00 € zusätzlichen Umsatz. Wie hoch ist die Werberendite?
36.000,00 € × 100 ÷ 9.000,00 € = 400 %Jeder Euro Werbung brachte 4,00 € mehr Umsatz.
Verteilung, Durchschnitt und Prozent
Durchschnitt
Gewichtet: (Wert₁ × Menge₁ + Wert₂ × Menge₂) ÷ (Menge₁ + Menge₂).
Erklärung und Beispiel
Die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Sind die Werte unterschiedlich stark vertreten, wird gewichtet gerechnet.
In der Prüfung: Beim gewichteten Durchschnitt wird durch die Summe der Mengen geteilt, nicht durch die Anzahl der Werte.
Beispielaufgabe
Vier Filialen setzen 18.000, 22.000, 26.000 und 14.000 € um. Wie hoch ist der durchschnittliche Umsatz?
(18.000 € + 22.000 € + 26.000 € + 14.000 €) ÷ 4 = 20.000,00 €
Prozentwert
Umgestellt: Prozentsatz = Prozentwert × 100 ÷ Grundwert. Grundwert = Prozentwert × 100 ÷ Prozentsatz.
Erklärung und Beispiel
Der Anteil, der auf einen Prozentsatz entfällt. Der Grundwert ist dabei immer das Ganze, also 100 %.
In der Prüfung: Erst klären, was der Grundwert ist. Bei „12 % mehr als im Vorjahr“ ist es das Vorjahr, nicht das laufende Jahr.
Beispielaufgabe
Ein Umsatz von 3.400,00 € soll um 12 % steigen. Wie hoch ist der Zuwachs?
3.400,00 € × 12 ÷ 100 = 408,00 €
Kasse
Kassendifferenz
Kassenistbestand − Kassensollbestand
Minus heißt Fehlbetrag, Plus heißt Überschuss. Beides wird gebucht, nicht ausgeglichen.
Erklärung und Beispiel
Der Unterschied zwischen gezähltem Bargeld und dem, was laut Buchung in der Kasse sein müsste. Minus heißt Fehlbetrag, Plus heißt Überschuss.
In der Prüfung: Beides wird gebucht, nicht ausgeglichen. Geld aus der eigenen Tasche nachlegen ist ein Verstoß, kein Ausgleich.
Beispielaufgabe
Gezählt wurden 842,15 €, laut Buchung müssten 848,60 € in der Kasse sein. Wie hoch ist die Kassendifferenz?
842,15 € − 848,60 € = − 6,45 €Ein Fehlbetrag, er wird als Aufwand gebucht.
Kassensollbestand
Anfangsbestand + Einnahmen − Ausgaben
Was nach den Buchungen in der Kasse sein müsste.
Erklärung und Beispiel
Was nach allen Buchungen in der Kasse sein müsste. Er ist die Vergleichsgröße für den Kassensturz.
In der Prüfung: Der Anfangsbestand gehört dazu. Wer nur Einnahmen minus Ausgaben rechnet, kommt immer auf einen Fehlbetrag.
Beispielaufgabe
Anfangsbestand 300,00 €, Einnahmen 1.284,60 €, Ausgaben 216,00 €. Wie hoch ist der Kassensollbestand?
300,00 € + 1.284,60 € − 216,00 € = 1.368,60 €
Kannst du das jetzt auch in der Prüfung?
Im Kurs Verkäufer/-in liegen 1.500 Übungsaufgaben, zehn vollständige Übungsprüfungen und ein Lernplan, der bis zu deinem Prüfungstermin rechnet.