Kaufmann /​ Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen

Formelsammlung

Alle Rechenwege für die Abschlussprüfung. Zu jeder Formel eine kurze Erklärung und eine Beispielaufgabe zum Nachrechnen.

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Beitrag und Versicherungsteuer

Merken · Die Reihenfolge im Tarif

Erst die Versicherungssumme, dann der Tarifsatz, dann Zuschläge und Nachlässe in der Reihenfolge der Tabelle, dann der Ratenzahlungszuschlag, und die Versicherungsteuer ganz zuletzt. Nach jedem Schritt kaufmännisch auf zwei Stellen runden.

Merken · Drei Steuersätze, nicht einer

Hausrat 16,15 Prozent, verbundene Wohngebäude 16,34 Prozent, alles andere 19 Prozent. Leben, Kranken und Berufsunfähigkeit sind steuerfrei. Wer überall 19 nimmt, rechnet zwei Sparten falsch.

Versicherungssumme Hausrat (Wohnflächenregel)

Wohnfläche in qm × Quadratmeterwert

Wer so versichert, bekommt den Unterversicherungsverzicht. Der Quadratmeterwert steht im Tarif; das Ergebnis wird auf volle 100 EUR aufgerundet.

Erklärung und Beispiel

Die Versicherungssumme des Hausrats wird nicht geschätzt, sondern aus der Wohnfläche abgeleitet. Wer so versichert, bekommt dafür den Unterversicherungsverzicht: Der Versicherer kürzt im Schadenfall nicht anteilig.

In der Prüfung: Gerechnet wird mit der Wohnfläche, nicht mit der Grundstücksfläche, und das Ergebnis wird auf volle 100 EUR aufgerundet, nicht kaufmännisch gerundet.

Beispielaufgabe

Eine Wohnung hat 63,5 qm Wohnfläche, der Tarif rechnet mit 700,00 EUR je Quadratmeter. Wie hoch ist die Versicherungssumme?

63,5 qm × 700,00 EUR = 44.450,00 EURAufgerundet auf volle 100 EUR steht im Vertrag eine Versicherungssumme von 44.500,00 EUR.

Grundprämie

Versicherungssumme × Grundprämiensatz1.000

Der Grundfall der Sachversicherung. Der Satz steht in Promille und hängt an der Tarifzone; im Wohngebäude kommt der Zuschlag der Bauartklasse dazu.

Erklärung und Beispiel

Der Grundfall der Sachversicherung: Die Versicherungssumme wird mit dem Grundprämiensatz des Tarifs multipliziert. So heißt der Schritt auch in der Prüfung; darauf kommen dann Zuschläge, Nachlässe und zuletzt die Versicherungsteuer.

In der Prüfung: Der Grundprämiensatz ist ein Promillesatz, kein Prozentsatz. Wer durch 100 statt durch 1.000 teilt, kommt auf das Zehnfache.

Beispielaufgabe

Die Versicherungssumme beträgt 44.500,00 EUR, der Grundprämiensatz der Tarifzone II 0,90 Promille. Wie hoch ist die Grundprämie?

44.500,00 EUR × 0,90 ÷ 1.000 = 40,05 EUR

Zuschlag und Nachlass auf die Prämie

Prämie × (100 + Zuschlagssatz)100

Für Selbstbeteiligung, Sicherungstechnik, Dauernachlass und Zahlweise. Ein Nachlass rechnet mit (100 − Satz). Nacheinander auf den jeweils erreichten Betrag, in der Reihenfolge der Tarifzeilen; die Sätze werden nicht addiert. Ein DECKUNGSBAUSTEIN gehört dagegen als Promillesatz in den Gesamtprämiensatz.

Erklärung und Beispiel

Selbstbeteiligung, Sicherungstechnik, Dauernachlass und Zahlweise verändern die bereits errechnete Prämie. Gerechnet wird nacheinander, jeweils auf den bis dahin erreichten Betrag.

In der Prüfung: Nicht zu verwechseln mit einem Deckungsbaustein: Der ist ein Promillesatz und gehört in den Gesamtprämiensatz, also VOR die Multiplikation. Und die Prozentsätze hier werden nicht addiert, sondern nacheinander gerechnet.

Beispielaufgabe

Eine Prämie von 80,00 EUR bekommt 25 Prozent Zuschlag für die unterjährige Zahlweise und danach 10 Prozent Nachlass für die Selbstbeteiligung. Wie hoch ist der Beitrag?

80,00 EUR × 125 ÷ 100 × 90 ÷ 100 = 90,00 EURWer die Sätze zu 15 Prozent Zuschlag zusammenfasst, landet bei 92,00 EUR und damit daneben.

Ratenzahlungszuschlag

Jahresnettobeitrag × (100 + Zuschlagssatz)100

Wer unterjährig zahlt, zahlt mehr. Der Zuschlag steigt mit der Zahl der Raten und gehört zur Bemessungsgrundlage der Versicherungsteuer.

Erklärung und Beispiel

Wer unterjährig zahlt, zahlt insgesamt mehr: Der Versicherer bekommt sein Geld später und hat mehr Verwaltungsaufwand. Der Zuschlag steigt mit der Zahl der Raten.

In der Prüfung: Er gehört noch zur Bemessungsgrundlage der Versicherungsteuer, wird also vor der Steuer aufgeschlagen.

Beispielaufgabe

Der Jahresnettobeitrag beträgt 90,00 EUR, bei vierteljährlicher Zahlung erhebt der Tarif 5 Prozent Zuschlag. Wie hoch ist der Nettobeitrag?

90,00 EUR × 105 ÷ 100 = 94,50 EUR

Versicherungsteuer

Beitrag einschließlich Ratenzahlungszuschlag × Steuersatz100

Sie ist der letzte Schritt und wird auf den Nettobeitrag samt Ratenzuschlag gerechnet (§ 3 VersStG). Sätze siehe Merksatz.

Erklärung und Beispiel

Der letzte Schritt jeder Beitragsrechnung. Sie wird auf den Nettobeitrag einschließlich Ratenzahlungszuschlag erhoben und in der Police offen ausgewiesen.

In der Prüfung: Es gibt nicht einen Satz, sondern drei: Hausrat 16,15 Prozent, verbundene Wohngebäude 16,34 Prozent, alle übrigen Sparten 19 Prozent. Leben, Kranken und Berufsunfähigkeit sind steuerfrei.

Beispielaufgabe

Ein Hausratvertrag hat einen Nettobeitrag von 94,50 EUR einschließlich Ratenzuschlag. Wie hoch ist die Versicherungsteuer?

94,50 EUR × 16,15 ÷ 100 = 15,26 EURDer Bruttojahresbeitrag beträgt damit 109,76 EUR.

Rate bei unterjähriger Zahlung

Jahresbeitrag bruttoZahl der Raten

Aus dem gerundeten Jahresbeitrag, nicht aus dem ungerundeten. Sonst weicht die Summe der Raten vom Jahresbeitrag ab.

Erklärung und Beispiel

Der Bruttojahresbeitrag wird auf die vereinbarten Raten verteilt. Das ist der Betrag, den der Kunde tatsächlich abgebucht bekommt.

In der Prüfung: Geteilt wird der bereits gerundete Bruttojahresbeitrag. Wer aus dem ungerundeten Betrag teilt, dessen vier Raten ergeben nicht wieder den Jahresbeitrag.

Beispielaufgabe

Der Bruttojahresbeitrag beträgt 109,76 EUR und wird vierteljährlich gezahlt. Wie hoch ist eine Rate?

109,76 EUR ÷ 4 = 27,44 EUR

Zeitanteiliger Beitrag

Jahresbeitrag × genutzte Tage360

Für Beginn, Beendigung und Rückerstattung. Monat zu 30 Tagen, Jahr zu 360, und der Endtag zählt mit.

Erklärung und Beispiel

Beginnt oder endet ein Vertrag mitten im Jahr, wird der Beitrag nach Tagen geteilt. Denselben Weg geht die Rückerstattung nach einer Kündigung.

In der Prüfung: Jeder Monat hat 30 Tage und das Jahr 360; der Endtag zählt mit. Wer mit Kalendertagen rechnet, kommt auf einen anderen Betrag als die Musterlösung.

Beispielaufgabe

Der Jahresbeitrag beträgt 480,00 EUR, der Vertrag läuft vom 1. April bis zum 31. Dezember. Wie hoch ist der Beitrag für dieses Jahr?

480,00 EUR × 270 ÷ 360 = 360,00 EUR

Nachbeitrag bei Risikoerhöhung

(neuer Jahresbeitrag − alter Jahresbeitrag) × Resttage360

Bei einer Gefahrerhöhung im laufenden Jahr wird nur die Differenz für die Restlaufzeit nacherhoben.

Erklärung und Beispiel

Erhöht sich die Gefahr im laufenden Jahr, etwa durch einen Anbau oder ein wertvolleres Fahrzeug, wird nur die Differenz nacherhoben. Der alte Beitrag ist für das ganze Jahr bereits bezahlt.

In der Prüfung: Nacherhoben wird die Differenz der Jahresbeiträge für die Resttage, nicht der neue Jahresbeitrag. Die Versicherungsteuer kommt auf den Nachbeitrag noch dazu.

Beispielaufgabe

Der Jahresbeitrag steigt zum 1. Juli von 480,00 EUR auf 600,00 EUR. Wie hoch ist der Nachbeitrag für die restlichen 180 Tage?

(600,00 EUR − 480,00 EUR) × 180 ÷ 360 = 60,00 EUR

Umsatzsteuer

Nettobetrag × Steuersatz100

Für die Agentur selten, aber wichtig: Die Vermittlung ist nach § 4 Nummer 11 UStG steuerfrei, ein Vorsteuerabzug scheidet aus, und die Umsatzsteuer einer Eingangsrechnung gehört deshalb zu den Anschaffungskosten.

Erklärung und Beispiel

Sie wird auf den Nettobetrag aufgeschlagen und mit der Rechnung an den Kunden weitergegeben. Der Betrieb führt sie ans Finanzamt ab.

In der Prüfung: Regelsatz 19 %, ermäßigt 7 % für Lebensmittel und Bücher. Welcher Satz gilt, steht meist nicht da; das musst du am Artikel erkennen.

Beispielaufgabe

Ein Artikel kostet netto 250,00 €. Wie hoch ist die Umsatzsteuer bei 19 %?

250,00 € × 19 ÷ 100 = 47,50 €Der Bruttopreis beträgt 297,50 €.

Nettobetrag aus dem Bruttobetrag

Bruttobetrag × 100(100 + Steuersatz)

Der Rückweg. Gebraucht wird er, wenn aus einer Rechnung der Nettowert für die GWG-Grenze oder die Abschreibung zu ziehen ist.

Erklärung und Beispiel

Der umgekehrte Weg: Aus dem Preis im Regal wird der Betrag ohne Steuer. Der Bruttobetrag entspricht 119 % des Nettobetrags.

In der Prüfung: Nicht einfach 19 % abziehen, das ergibt einen zu kleinen Wert. Die Steuer wird herausgerechnet, nicht abgezogen.

Beispielaufgabe

Ein Artikel kostet 357,00 € brutto. Wie hoch ist der Nettobetrag bei 19 % Umsatzsteuer?

357,00 € × 100 ÷ 119 = 300,00 €Bei 7 % wird stattdessen × 100 ÷ 107 gerechnet.

Gleitender Neuwert (Wohngebäude)

Merken · Die Treppe des gleitenden Neuwerts

Erst die Versicherungssumme 1914 aus dem Summenermittlungsbogen, dann der Gesamtprämiensatz aus den Einzelsätzen, dann die Jahresprämie 1914, und die steht noch in MARK. Dann der Anpassungsfaktor. Erst er macht Euro daraus. Danach Zu- und Abschläge, die Versicherungsteuer ganz zuletzt. Derselbe Faktor hebt auch die Versicherungssumme aufs heutige Baupreisniveau, und genau deshalb kann keine Unterversicherung durch gestiegene Baupreise entstehen.

Versicherungssumme 1914

Wohnfläche in qm × Wert 1914 je qm + Zuschläge für Ausstattung und Nebengebäude

Der Wert je Quadratmeter hängt am Gebäudetyp und steht im Summenermittlungsbogen. Die Wohnfläche eines ausgebauten Kellers zählt mit, Treppen und Balkone nicht. Das Ergebnis wird auf volle 100 Mark AUFGERUNDET; genau das wird oft vergessen.

Erklärung und Beispiel

Nicht geschätzt, sondern aus dem Summenermittlungsbogen abgeleitet: Wohnfläche mal dem Wert je Quadratmeter, den der Gebäudetyp vorgibt, dazu Zuschläge für Ausstattung und Nebengebäude. Sie steht in Mark und bleibt über die Jahre stehen.

In der Prüfung: Die Wohnfläche eines ausgebauten Kellers zählt mit, Treppen, Balkone und Terrassen nicht. Und das Ergebnis wird auf volle 100 Mark AUFGERUNDET, nicht kaufmännisch gerundet.

Beispielaufgabe

Ein Einfamilienhaus hat 110 qm Wohnfläche zu 200 Mark je qm, dazu 70 qm ausgebauten Keller mit 15 Mark Zuschlag je qm und zwei Garagen zu je 700 Mark. Wie hoch ist die Versicherungssumme 1914?

110 qm × 200 + 70 qm × 15 + 2 × 700 = 24.450 MarkAufgerundet auf volle 100 Mark stehen 24.500 Mark im Vertrag.

Gesamtprämiensatz

Summe der Einzelprämiensätze der eingeschlossenen Gefahren, in Promille

Feuer, Leitungswasser und Sturm oder Hagel bilden den Grundsatz; Elementargefahren und jede eingeschlossene Klausel kommen als eigener Satz dazu. Welche Sätze gelten, bestimmen Bauartklasse und Zone.

Erklärung und Beispiel

Jede eingeschlossene Gefahr hat ihren eigenen Promillesatz; zusammen ergeben sie den Satz, mit dem gerechnet wird. Feuer, Leitungswasser und Sturm bilden den Grundsatz, Elementargefahren und Klauseln kommen dazu.

In der Prüfung: Addiert werden Promillesätze, keine Prozente. Auch die Bauartklasse kommt als eigener Zuschlagssatz dazu, etwa für Holzfachwerk. Ein vergessener Klauselsatz fällt am Ende kaum auf, verschiebt aber den ganzen Beitrag.

Beispielaufgabe

Feuer 0,20 Promille, Leitungswasser 0,35, Sturm und Hagel 0,30, dazu Elementargefahren 0,20 und zwei Klauseln zu je 0,10. Wie hoch ist der Gesamtprämiensatz?

0,20 + 0,35 + 0,30 + 0,20 + 0,10 + 0,10 = 1,25 Promille

Jahresprämie 1914

Versicherungssumme 1914 × Gesamtprämiensatz in Promille

Ein Promillesatz teilt selbst durch 1.000, ein zweites Mal wird nicht geteilt. Das Ergebnis steht noch in MARK, nicht in Euro.

Erklärung und Beispiel

Die Versicherungssumme 1914 mal dem Gesamtprämiensatz. Das Ergebnis ist die Prämie in Preisen des Jahres 1914 und steht deshalb in Mark.

In der Prüfung: Hier steht noch kein Euro-Betrag. Wer das Ergebnis als Euro liest, gibt einen Beitrag ab, der um den Anpassungsfaktor zu klein ist. Und wer neben dem Promillesatz noch einmal durch 1.000 teilt, landet beim Tausendstel.

Beispielaufgabe

Die Versicherungssumme 1914 beträgt 24.500 Mark, der Gesamtprämiensatz 1,25 Promille. Wie hoch ist die Jahresprämie 1914?

24.500 × 1,25 ÷ 1.000 = 30,63 MarkDie Prüfung schreibt denselben Schritt kürzer: 24.500 Mark × 1,25 Promille = 30,63 Mark. Das Promillezeichen trägt die Teilung durch 1.000 schon in sich.

Nettojahresprämie

Jahresprämie 1914 × Anpassungsfaktor

Erst dieser Schritt macht aus Mark Euro. Der Faktor wird jedes Jahr neu bekannt gegeben und steht in der Aufgabe.

Erklärung und Beispiel

Der Anpassungsfaktor bringt die Jahresprämie 1914 auf das heutige Baupreisniveau und macht aus Mark Euro. Er wird jedes Jahr neu bekannt gegeben und steht in der Aufgabe.

In der Prüfung: Von hier gehen erst die Nachlässe ab und dann kommt die Versicherungsteuer drauf, bei eingeschlossener Feuergefahr mit 16,34 Prozent.

Beispielaufgabe

Die Jahresprämie 1914 beträgt 30,63 Mark, der Anpassungsfaktor 2026 liegt bei 27,63. Wie hoch ist die Nettojahresprämie?

30,63 × 27,63 = 846,31 EURSteigt der Faktor im nächsten Jahr, steigt der Beitrag mit, ohne dass am Vertrag etwas geändert wird.

Entschädigung im Schadenfall

Merken · Die Reihenfolge im Schadenfall

Erst der ersatzpflichtige Schaden, dann die Unterversicherung, dann die Entschädigungsgrenze, dann der Selbstbehalt. Wer den Selbstbehalt zuerst abzieht, rechnet ihn anteilig weg.

Proportionalregel (Unterversicherung)

Schaden × VersicherungssummeVersicherungswert

Sie greift, sobald die Versicherungssumme unter dem Versicherungswert liegt, und zwar bei jedem Schaden, auch beim kleinen.

Erklärung und Beispiel

Wer zu niedrig versichert ist, bekommt jeden Schaden nur anteilig ersetzt. Die Regel verteilt den Schaden im Verhältnis von Versicherungssumme zu Versicherungswert.

In der Prüfung: Sie greift auch beim kleinen Schaden, nicht erst bei dem, der die Versicherungssumme übersteigt. Und sie greift gar nicht, wenn ein Unterversicherungsverzicht vereinbart ist.

Beispielaufgabe

Der Schaden beträgt 12.000,00 EUR, die Versicherungssumme 60.000,00 EUR, der Versicherungswert 80.000,00 EUR. Wie hoch ist die Entschädigung?

12.000,00 EUR × 60.000,00 EUR ÷ 80.000,00 EUR = 9.000,00 EUR

Unterversicherungsquote

Versicherungssumme × 100Versicherungswert

Der Anteil, den der Versicherer trägt. 100 Prozent heißt volle Deckung; alles darunter kürzt jede Entschädigung.

Erklärung und Beispiel

Der Anteil, den der Versicherer trägt, als eine Zahl. Sie ist der Faktor der Proportionalregel, nur als Prozentsatz geschrieben.

In der Prüfung: Über 100 Prozent gibt es nicht: Eine Überversicherung bringt keine höhere Entschädigung, sondern nur zu viel gezahlten Beitrag.

Beispielaufgabe

Die Versicherungssumme beträgt 60.000,00 EUR, der Versicherungswert 80.000,00 EUR. Wie hoch ist die Quote?

60.000,00 EUR × 100 ÷ 80.000,00 EUR = 75 %Von jedem Schaden trägt der Versicherer 75 Prozent, ein Viertel bleibt beim Kunden.

Entschädigungsgrenze

Versicherungssumme × Grenzsatz100

Für Wertsachen, Bargeld oder Außenversicherung nennt der Tarif einen Prozentsatz der Versicherungssumme. Der gilt zusätzlich zur Unterversicherung.

Erklärung und Beispiel

Für Wertsachen, Bargeld oder die Außenversicherung nennt der Tarif einen Prozentsatz der Versicherungssumme als Obergrenze. Mehr gibt es auch dann nicht, wenn der Schaden höher ist.

In der Prüfung: Die Grenze wirkt zusätzlich zur Unterversicherung, nicht an ihrer Stelle: erst anteilig kürzen, dann deckeln.

Beispielaufgabe

Die Versicherungssumme beträgt 44.500,00 EUR, für Wertsachen sieht der Tarif 20 Prozent vor. Wie hoch ist die Grenze?

44.500,00 EUR × 20 ÷ 100 = 8.900,00 EURInnerhalb dieses Betrages gelten für Bargeld und Schmuck noch die eigenen Grenzen des Tarifs.

Entschädigung nach Selbstbehalt

ersatzpflichtiger Betrag − Selbstbeteiligung

Ganz am Ende, vom bereits gekürzten Betrag. Ein Selbstbehalt kann die Entschädigung auf null bringen, aber nie unter null.

Erklärung und Beispiel

Der Selbstbehalt ist der letzte Schritt und geht vom bereits gekürzten und gedeckelten Betrag ab. Er senkt den Beitrag, weil der Versicherer die vielen Kleinschäden nicht bearbeiten muss.

In der Prüfung: Wer ihn zuerst abzieht, kürzt ihn anschließend über die Proportionalregel anteilig mit und zahlt zu viel aus.

Beispielaufgabe

Nach der Unterversicherung bleiben 9.000,00 EUR ersatzpflichtig, vereinbart sind 250,00 EUR Selbstbeteiligung. Wie hoch ist die Entschädigung?

9.000,00 EUR − 250,00 EUR = 8.750,00 EUR

Zeitwert

Neuwert − Wertminderung durch Alter und Abnutzung

Der Neuwert ersetzt, was die Sache heute neu kostet; der Zeitwert das, was sie noch wert ist. Welcher gilt, sagt der Vertrag.

Erklärung und Beispiel

Der Neuwert ist, was die Sache heute neu kostet; der Zeitwert, was sie nach Alter und Abnutzung noch wert ist. Der Hausrat wird zum Neuwert entschädigt, die Kaskoversicherung zum Wiederbeschaffungswert.

In der Prüfung: Welcher Wert gilt, steht im Vertrag und ist keine Ermessensfrage des Sachbearbeiters.

Beispielaufgabe

Eine Waschmaschine kostet neu 1.800,00 EUR, sie ist 6 Jahre alt, die Nutzungsdauer beträgt 12 Jahre. Wie hoch ist der Zeitwert?

1.800,00 EUR − 1.800,00 EUR × 6 ÷ 12 = 900,00 EUR

Entschädigung in der Kaskoversicherung

Wiederbeschaffungswert − Restwert − Selbstbeteiligung

Beim Totalschaden. Liegen die Reparaturkosten darüber, wird nicht repariert, es sei denn, die 130-Prozent-Grenze greift.

Erklärung und Beispiel

Beim Totalschaden ersetzt die Kasko, was ein gleichwertiges Fahrzeug kostet, abzüglich dessen, was das Wrack noch bringt. Die Selbstbeteiligung geht zuletzt ab.

In der Prüfung: Der Restwert wird abgezogen, weil das Wrack beim Kunden bleibt. Wer ihn vergisst, zahlt zweimal für dieselbe Sache.

Beispielaufgabe

Wiederbeschaffungswert 14.500,00 EUR, Restwert des Wracks 2.300,00 EUR, Selbstbeteiligung 500,00 EUR. Wie hoch ist die Entschädigung?

14.500,00 EUR − 2.300,00 EUR − 500,00 EUR = 11.700,00 EUR

Kraftfahrtversicherung

Jahresnettobeitrag Kfz

Grundbeitrag × Typklassenfaktor × Regionalklassenfaktor × SF-Beitragssatz100

Vier Größen hintereinander. Typklasse hängt am Fahrzeug, Regionalklasse am Zulassungsbezirk, der Beitragssatz an der Schadenfreiheitsklasse.

Erklärung und Beispiel

Vier Größen hintereinander, keine davon addiert: Grundbeitrag, Typklasse des Fahrzeugs, Regionalklasse des Zulassungsbezirks und der Beitragssatz der Schadenfreiheitsklasse.

In der Prüfung: Der SF-Satz ist ein Prozentsatz des bis dahin errechneten Beitrags, kein Nachlass, den man zusätzlich abzieht.

Beispielaufgabe

Grundbeitrag 620,00 EUR, Typklassenfaktor 1,10, Regionalklassenfaktor 0,95, Beitragssatz der SF-Klasse 35 Prozent. Wie hoch ist der Jahresnettobeitrag?

620,00 EUR × 1,10 × 0,95 × 35 ÷ 100 = 226,77 EUR

Beitragssatz der Schadenfreiheitsklasse

aus der SF-Staffel des Tarifs, in Prozent des Grundbeitrags

Schadenfrei heißt eine Klasse hoch im Jahr, ein Schaden wirft um mehrere Klassen zurück. Die Rückstufungstabelle steht neben der Staffel.

Erklärung und Beispiel

Die Staffel ordnet jeder Schadenfreiheitsklasse einen Prozentsatz zu, mit dem der Beitrag gerechnet wird. Jedes schadenfreie Jahr bringt eine Klasse weiter, ein gemeldeter Schaden wirft um mehrere zurück.

In der Prüfung: Der Satz ist nicht der Nachlass, sondern das, was zu zahlen bleibt: 35 Prozent heißt 65 Prozent Nachlass.

Beispielaufgabe

Der Grundbeitrag beträgt 900,00 EUR, die SF-Klasse hat einen Beitragssatz von 35 Prozent. Wie hoch ist der Beitrag?

900,00 EUR × 35 ÷ 100 = 315,00 EURIn den untersten Klassen liegt der Satz über 100 Prozent des Grundbeitrags.

130-Prozent-Grenze

Wiederbeschaffungswert × 1,30

Bis zu dieser Grenze darf fachgerecht repariert und weitergefahren werden, statt abzurechnen. Netto gegen netto vergleichen.

Erklärung und Beispiel

Bis zu 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts darf ein Fahrzeug fachgerecht repariert werden, statt es abzurechnen. Voraussetzung ist, dass der Halter es danach noch mindestens sechs Monate weiterfährt.

In der Prüfung: Die Grenze stammt aus dem Schadenersatzrecht und gilt beim Haftpflichtschaden; in der Kaskoversicherung nur, soweit die Bedingungen sie vorsehen. Verglichen wird netto gegen netto.

Beispielaufgabe

Der Wiederbeschaffungswert beträgt 9.000,00 EUR. Bis zu welchen Reparaturkosten darf repariert werden?

9.000,00 EUR × 1,30 = 11.700,00 EUR

Mehrbeitrag nach einem Schaden

Beitrag nach Rückstufung − Beitrag ohne Schaden, über die Jahre bis zur alten Klasse

Die eigentliche Beratungsfrage: Lohnt die Selbstregulierung? Verglichen wird der Schadenbetrag mit dem Mehrbeitrag aller Rückstufungsjahre.

Erklärung und Beispiel

Nach einem gemeldeten Schaden fällt der Vertrag mehrere Schadenfreiheitsklassen zurück und arbeitet sich Jahr für Jahr wieder hoch. Der Mehrbeitrag all dieser Jahre zusammen ist der Preis der Schadenmeldung.

In der Prüfung: Verglichen wird der Schadenbetrag mit der Summe aller Rückstufungsjahre, nicht mit dem Mehrbeitrag eines einzelnen Jahres.

Beispielaufgabe

Ein Schaden von 780,00 EUR führt zur Rückstufung. Der Beitrag liegt dadurch fünf Jahre lang um durchschnittlich 132,00 EUR höher. Was kostet die Meldung?

132,00 EUR × 5 Jahre = 660,00 EURDer Mehrbeitrag bleibt unter dem Schaden, die Meldung lohnt sich also knapp.

Vorsorge und Versorgungslücke

Merken · Was eine Lücke ist

Immer netto gegen netto. Die gesetzliche Rente ist noch nicht die Auszahlung: Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner gehen ab, und dann erst steht der Betrag, mit dem der Kunde rechnet.

Rentenformel

Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert

Die gesetzliche Altersrente in einer Zeile. Der Rentenartfaktor ist 1,0 bei der Altersrente, der Zugangsfaktor 1,0 bei Rentenbeginn zur Regelaltersgrenze.

Erklärung und Beispiel

Die gesetzliche Altersrente in einer Zeile. Die Entgeltpunkte bilden das Arbeitsleben ab, der aktuelle Rentenwert bringt sie auf heutiges Geld.

In der Prüfung: Der Rentenartfaktor ist 1,0 nur bei der Altersrente; bei der halben Erwerbsminderungsrente 0,5, bei der großen Witwenrente 0,55. Und das Ergebnis ist brutto: Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner gehen noch ab.

Beispielaufgabe

Ein Versicherter hat 38,5 Entgeltpunkte, Zugangs- und Rentenartfaktor betragen 1,0, der aktuelle Rentenwert 40,79 EUR. Wie hoch ist die Bruttorente im Monat?

38,5 × 1,0 × 1,0 × 40,79 EUR = 1.570,42 EUR

Entgeltpunkte eines Jahres

eigenes BruttoentgeltDurchschnittsentgelt aller Versicherten

Wer genau den Durchschnitt verdient, bekommt einen Punkt. Mehr als der Durchschnitt bringt mehr, gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze.

Erklärung und Beispiel

Wer genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient, bekommt für dieses Jahr einen Entgeltpunkt. Mehr Entgelt bringt anteilig mehr, weniger entsprechend weniger.

In der Prüfung: Über der Beitragsbemessungsgrenze zählt nichts mehr mit. Maßgeblich ist das beitragspflichtige Entgelt, nicht der Beitragssatz.

Beispielaufgabe

Das Bruttoentgelt beträgt 56.000,00 EUR, das Durchschnittsentgelt aller Versicherten 50.500,00 EUR. Wie viele Entgeltpunkte bringt das Jahr?

56.000,00 EUR ÷ 50.500,00 EUR = 1,1089 Entgeltpunkte

Abschlag bei vorgezogener Rente

0,3 Prozent je Monat des vorgezogenen Beginns

Der Zugangsfaktor sinkt um 0,003 je Monat und bleibt für die gesamte Rentendauer, auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze.

Erklärung und Beispiel

Wer vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, bekommt für jeden Monat 0,3 Prozent Abschlag. Der Zugangsfaktor sinkt entsprechend unter 1,0.

In der Prüfung: Der Abschlag bleibt lebenslang, auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Das ist die Frage, die im Beratungsgespräch am häufigsten falsch beantwortet wird.

Beispielaufgabe

Eine Rente von 1.600,00 EUR wird 24 Monate vorgezogen. Wie hoch ist der Abschlag im Monat?

1.600,00 EUR × 24 × 0,3 ÷ 100 = 115,20 EURDer Zugangsfaktor beträgt damit 0,928 statt 1,0.

Versorgungslücke

heutiges Nettoeinkommen − voraussichtliche Nettoleistung

Der Betrag, den die private Vorsorge schließen muss. Für Alter, Erwerbsminderung und Hinterbliebene jeweils getrennt zu rechnen.

Erklärung und Beispiel

Der Betrag, den die private Vorsorge Monat für Monat schließen muss. Er macht den Bedarf in Euro sichtbar und ist deshalb die Grundlage jeder Vorsorgeberatung.

In der Prüfung: Immer netto gegen netto rechnen: Von der Bruttorente gehen Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner und gegebenenfalls Steuern ab.

Beispielaufgabe

Das heutige Nettoeinkommen beträgt 2.400,00 EUR, die voraussichtliche Nettorente 1.310,00 EUR. Wie groß ist die Lücke?

2.400,00 EUR − 1.310,00 EUR = 1.090,00 EUR im Monat

Mindesteigenbeitrag (Riester)

4 Prozent des Vorjahresbruttos − Zulagen

Höchstens der gesetzliche Höchstbetrag, mindestens der Sockelbetrag. Wer weniger zahlt, bekommt die Zulage anteilig gekürzt.

Erklärung und Beispiel

Die volle Zulage bekommt nur, wer selbst genug einzahlt: vier Prozent des Vorjahresbruttos, vermindert um die Zulagen. Höchstens jedoch 2.100,00 EUR im Jahr.

In der Prüfung: Die Zulagen werden vom Eigenbeitrag abgezogen, nicht dazugerechnet. Der Sockelbetrag von 60,00 EUR im Jahr ist immer zu zahlen, und wer weniger zahlt, bekommt die Zulage anteilig gekürzt.

Beispielaufgabe

Das Vorjahresbrutto beträgt 32.000,00 EUR, es stehen eine Grundzulage von 175,00 EUR und eine Kinderzulage von 300,00 EUR zu. Wie hoch ist der Mindesteigenbeitrag?

32.000,00 EUR × 4 ÷ 100 − 175,00 EUR − 300,00 EUR = 805,00 EUR im Jahr

Zuschuss bei Entgeltumwandlung

umgewandeltes Entgelt × 15100

Der Arbeitgeber gibt weiter, was er an Sozialversicherungsbeiträgen spart, höchstens 15 Prozent, und nur soweit er wirklich spart (§ 1a Absatz 1a BetrAVG).

Erklärung und Beispiel

Wer Entgelt in eine betriebliche Altersversorgung umwandelt, spart zusammen mit dem Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge. Diese Ersparnis muss der Arbeitgeber pauschal mit 15 Prozent weitergeben.

In der Prüfung: Die 15 Prozent sind eine Obergrenze und gelten nur, soweit der Arbeitgeber wirklich spart. Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze spart er nichts und schuldet nichts.

Beispielaufgabe

Ein Arbeitnehmer wandelt monatlich 200,00 EUR um. Wie hoch ist der Zuschuss des Arbeitgebers?

200,00 EUR × 15 ÷ 100 = 30,00 EUR im Monat

Invaliditätsleistung nach Gliedertaxe

Versicherungssumme × Invaliditätsgrad100

Der Grad kommt aus der Gliedertaxe, nicht aus dem ärztlichen Gefühl. Eine Progression vervielfacht erst die Leistung, nicht den Grad.

Erklärung und Beispiel

Die Gliedertaxe ordnet jedem Körperteil einen festen Invaliditätsgrad zu, unabhängig vom Beruf des Versicherten. Mit der Versicherungssumme multipliziert ergibt das die Leistung.

In der Prüfung: Eine Progression vervielfacht die Leistung, nicht den Grad. Der Grad bleibt bei 20 Prozent, auch wenn 350 Prozent Progression vereinbart sind.

Beispielaufgabe

Die Versicherungssumme beträgt 150.000,00 EUR, die Gliedertaxe nennt für den Daumen 20 Prozent. Wie hoch ist die Leistung ohne Progression?

150.000,00 EUR × 20 ÷ 100 = 30.000,00 EUR

Krankentagegeld

(Nettoeinkommen − Krankengeld)30

Der Tagessatz, der die Lücke schließt. Er darf das Nettoeinkommen nicht übersteigen, sonst besteht kein versichertes Interesse.

Erklärung und Beispiel

Der Tagessatz, der die Lücke zwischen dem gewohnten Nettoeinkommen und dem gesetzlichen Krankengeld schließt. Gerechnet wird auf den Kalendertag, deshalb durch 30.

In der Prüfung: Das Krankentagegeld darf das Nettoeinkommen nicht übersteigen, sonst fehlt das versicherte Interesse und der Versicherer kürzt im Leistungsfall.

Beispielaufgabe

Das Nettoeinkommen beträgt 2.700,00 EUR im Monat, das Krankengeld 1.890,00 EUR. Wie hoch ist das nötige Krankentagegeld?

(2.700,00 EUR − 1.890,00 EUR) ÷ 30 = 27,00 EUR je Tag

Kennzahlen des Versicherungsbetriebs

Merken · Combined Ratio

Unter 100 Prozent verdient der Versicherer am Geschäft selbst, darüber trägt ihn nur noch die Kapitalanlage. Deshalb ist sie die eine Zahl, auf die der Vorstand zuerst schaut.

Verdiente Beiträge

gebuchte Bruttobeiträge ± Veränderung der Beitragsüberträge

Die Bezugsgröße fast aller Quoten. Gebucht ist, was in Rechnung gestellt wurde; verdient nur der Teil, der auf das Geschäftsjahr entfällt.

Erklärung und Beispiel

Gebucht ist, was in Rechnung gestellt wurde; verdient nur der Teil, der wirtschaftlich auf das Geschäftsjahr entfällt. Der Rest steht als Beitragsübertrag in der Bilanz.

In der Prüfung: Sie sind die Bezugsgröße fast aller Quoten. Wer mit den gebuchten Beiträgen rechnet, bekommt Zahlen, die sich nicht mit anderen Jahren vergleichen lassen.

Beispielaufgabe

Gebuchte Bruttobeiträge 48,0 Mio EUR, die Beitragsüberträge steigen um 1,5 Mio EUR. Wie hoch sind die verdienten Beiträge?

48,0 Mio EUR − 1,5 Mio EUR = 46,5 Mio EUR

Schadenquote

Aufwendungen für Versicherungsfälle × 100verdiente Beiträge

Wie viel von hundert Euro Beitrag für Schäden draufgeht. Enthält auch die Veränderung der Schadenrückstellung, nicht nur die Auszahlungen.

Erklärung und Beispiel

Wie viel von hundert Euro Beitrag für Schäden draufgeht. Sie enthält auch die Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Schäden, nicht nur die Auszahlungen.

In der Prüfung: Bezugsgröße sind die verdienten Beiträge. Die Schadenregulierungskosten gehören zum Schadenaufwand, nicht zu den Betriebskosten.

Beispielaufgabe

Aufwendungen für Versicherungsfälle 32,55 Mio EUR, verdiente Beiträge 46,5 Mio EUR. Wie hoch ist die Schadenquote?

32,55 Mio EUR × 100 ÷ 46,5 Mio EUR = 70 %

Kostenquote

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb × 100verdiente Beiträge

Abschluss- und Verwaltungskosten zusammen. Sie trennt gut geführte Bestände von teuren.

Erklärung und Beispiel

Abschluss- und Verwaltungskosten zusammen, bezogen auf die verdienten Beiträge. Sie trennt schlank geführte Bestände von teuren.

In der Prüfung: Abschlusskosten fallen im Neugeschäft an, Verwaltungskosten im Bestand. Ein stark wachsender Versicherer hat deshalb naturgemäß die höhere Quote.

Beispielaufgabe

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb 11,625 Mio EUR, verdiente Beiträge 46,5 Mio EUR. Wie hoch ist die Kostenquote?

11,625 Mio EUR × 100 ÷ 46,5 Mio EUR = 25 %

Combined Ratio

Schadenquote + Kostenquote

Das versicherungstechnische Ergebnis in einer Zahl. Siehe Merksatz.

Erklärung und Beispiel

Schadenquote und Kostenquote in einer Zahl, also das versicherungstechnische Ergebnis. Unter 100 Prozent verdient der Versicherer am Versicherungsgeschäft selbst.

In der Prüfung: Über 100 Prozent heißt nicht sofort Verlust, denn das Kapitalanlageergebnis kommt noch dazu. Dauerhaft trägt sich ein Bestand darüber aber nicht.

Beispielaufgabe

Die Schadenquote beträgt 70 Prozent, die Kostenquote 25 Prozent. Wie hoch ist die Combined Ratio?

70 Prozent + 25 Prozent = 95 %Von hundert Euro Beitrag bleiben fünf Euro versicherungstechnischer Gewinn.

Schadenhäufigkeit

Zahl der Schäden × 100Zahl der Verträge

Wie oft es kracht. Zusammen mit dem Schadendurchschnitt ergibt sie den Schadenbedarf.

Erklärung und Beispiel

Wie oft es im Bestand kracht, gemessen an der Zahl der Verträge. Zusammen mit dem Schadendurchschnitt ergibt sie den Schadenbedarf.

In der Prüfung: Gezählt werden Schäden, nicht geschädigte Kunden. Ein Vertrag kann in einem Jahr mehrere Schäden haben, deshalb sind über 100 Prozent rechnerisch möglich.

Beispielaufgabe

In einem Bestand von 6.000 Verträgen wurden 480 Schäden gemeldet. Wie hoch ist die Schadenhäufigkeit?

480 × 100 ÷ 6.000 = 8 %

Schadendurchschnitt

SchadenaufwandZahl der Schäden

Wie teuer ein Fall ist. Ein einzelner Großschaden verzerrt ihn, deshalb wird er oft ohne Großschäden zweitgerechnet.

Erklärung und Beispiel

Was ein einzelner Schadenfall im Schnitt kostet. Er misst die Schwere der Schäden, während die Häufigkeit ihre Zahl misst.

In der Prüfung: Ein einzelner Großschaden zieht ihn stark nach oben. Deshalb wird er in der Praxis ein zweites Mal ohne Großschäden gerechnet.

Beispielaufgabe

Der Schadenaufwand beträgt 1.104.000,00 EUR bei 480 Schäden. Wie hoch ist der Schadendurchschnitt?

1.104.000,00 EUR ÷ 480 = 2.300,00 EUR

Schadenbedarf (Nettorisikoprämie)

Schadenhäufigkeit × Schadendurchschnitt100

Was ein Vertrag im Schnitt an Schaden kostet, also die Grundlage jeder Tarifkalkulation. Auf ihn kommen Kosten und Gewinnzuschlag.

Erklärung und Beispiel

Was ein Vertrag im Durchschnitt an Schaden kostet. Er ist die Grundlage jeder Tarifkalkulation und heißt deshalb auch Nettorisikoprämie.

In der Prüfung: Auf den Schadenbedarf kommen erst noch Kosten- und Sicherheitszuschlag, dann die Versicherungsteuer. Er ist nie der Beitrag, den der Kunde zahlt.

Beispielaufgabe

Die Schadenhäufigkeit beträgt 8 Prozent, der Schadendurchschnitt 2.300,00 EUR. Wie hoch ist der Schadenbedarf je Vertrag?

8 × 2.300,00 EUR ÷ 100 = 184,00 EUR

Stornoquote

vorzeitig beendete Verträge × 100mittlerer Vertragsbestand

Nach Stück oder nach Beitrag gerechnet: Beide Zahlen sagen Verschiedenes und werden gern verwechselt.

Erklärung und Beispiel

Wie viele Verträge vorzeitig beendet werden, bezogen auf den mittleren Bestand. Sie ist die wichtigste Kennzahl der Bestandspflege, weil jeder Storno die Abschlusskosten entwertet.

In der Prüfung: Nach Stück oder nach Beitrag gerechnet ergeben sich zwei verschiedene Zahlen. Welche gemeint ist, muss dabeistehen.

Beispielaufgabe

Von einem mittleren Bestand von 5.700 Verträgen wurden 342 vorzeitig beendet. Wie hoch ist die Stornoquote?

342 × 100 ÷ 5.700 = 6 %

Nettoverzinsung der Kapitalanlagen

Kapitalanlageergebnis × 100mittlerer Kapitalanlagebestand

Der mittlere Bestand ist der Durchschnitt aus Jahresanfang und Jahresende, nicht der Endbestand.

Erklärung und Beispiel

Was die Kapitalanlagen im Jahr abgeworfen haben, bezogen auf ihren mittleren Bestand. In der Lebensversicherung ist sie die Zahl, an der der Kunde seinen Versicherer misst.

In der Prüfung: Der mittlere Bestand ist der Durchschnitt aus Jahresanfang und Jahresende, nicht der Endbestand.

Beispielaufgabe

Kapitalanlageergebnis 84 Mio EUR, Bestand am Jahresanfang 2.600 Mio EUR, am Jahresende 2.800 Mio EUR. Wie hoch ist die Nettoverzinsung?

84 Mio EUR × 100 ÷ ((2.600 Mio EUR + 2.800 Mio EUR) ÷ 2) = 3,11 %

Solvenzquote

anrechnungsfähige Eigenmittel × 100Solvenzkapitalanforderung

Sie muss mindestens 100 Prozent betragen. Darunter greift die Aufsicht ein. Sie ist die Kennzahl der Aufsicht, nicht des Vertriebs.

Erklärung und Beispiel

Wie viel Eigenmittel der Versicherer im Verhältnis zu dem hat, was die Aufsicht nach Solvency II von ihm verlangt. Sie muss mindestens 100 Prozent betragen.

In der Prüfung: Sie ist die Kennzahl der Aufsicht, kein Vertriebsargument über die Leistung im Schadenfall. Unter 100 Prozent greift die BaFin ein.

Beispielaufgabe

Anrechnungsfähige Eigenmittel 780 Mio EUR, Solvenzkapitalanforderung 420 Mio EUR. Wie hoch ist die Solvenzquote?

780 Mio EUR × 100 ÷ 420 Mio EUR = 185,71 %

Marktanteil

eigene Beitragseinnahme × 100Marktvolumen

Immer in derselben Sparte und im selben Gebiet vergleichen, sonst sagt die Zahl nichts.

Erklärung und Beispiel

Der eigene Absatz im Verhältnis zu dem, was der ganze Markt abnimmt. Er zeigt die Stellung im Wettbewerb, nicht den Erfolg an sich.

In der Prüfung: Marktvolumen ist, was tatsächlich abgesetzt wird; Marktpotenzial, was höchstens abgesetzt werden könnte. Die beiden nicht vertauschen.

Beispielaufgabe

Der eigene Absatz beträgt 3.600 Stück, das Marktvolumen 24.000 Stück. Wie hoch ist der Marktanteil?

3.600 × 100 ÷ 24.000 = 15 Prozent

Fremdkapitalquote

Fremdkapital × 100Gesamtkapital

Das Gegenstück zur Eigenkapitalquote; beide zusammen ergeben 100 Prozent.

Erklärung und Beispiel

Wie viel des Gesamtkapitals von Gläubigern kommt. Zusammen mit der Eigenkapitalquote ergibt sie immer 100 Prozent.

In der Prüfung: Gesamtkapital ist die Bilanzsumme, also die Passivseite insgesamt. Nicht mit dem Anlagevermögen verwechseln.

Beispielaufgabe

Das Fremdkapital beträgt 1,8 Mio EUR, das Gesamtkapital 4,5 Mio EUR. Wie hoch ist die Fremdkapitalquote?

1,8 Mio EUR × 100 ÷ 4,5 Mio EUR = 40 %Die Eigenkapitalquote beträgt damit 60 Prozent.

Fremdkapitalrentabilität

Fremdkapitalzinsen × 100Fremdkapital

Der Preis des geliehenen Geldes. Liegt die Gesamtkapitalrentabilität darüber, lohnt sich zusätzliches Fremdkapital.

Erklärung und Beispiel

Der durchschnittliche Zinssatz, den der Betrieb für sein geliehenes Geld zahlt. Sie ist der Maßstab für die Frage, ob sich weiteres Fremdkapital lohnt.

In der Prüfung: Liegt die Gesamtkapitalrentabilität darüber, hebelt zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität nach oben. Liegt sie darunter, nach unten.

Beispielaufgabe

Fremdkapitalzinsen 72.000,00 EUR, Fremdkapital 1.800.000,00 EUR. Wie hoch ist die Fremdkapitalrentabilität?

72.000,00 EUR × 100 ÷ 1.800.000,00 EUR = 4 %

Finanzanlagen

Kurswert

Nennwert × Kurs100

Bei festverzinslichen Wertpapieren wird der Kurs in Prozent des Nennwerts notiert, nicht in Euro je Stück.

Erklärung und Beispiel

Anleihen werden in Prozent ihres Nennwerts notiert. Der Kurswert ist der Nennwert mal dem Kurs, geteilt durch 100.

In der Prüfung: Bei Aktien ist der Kurs dagegen ein Preis je Stück und wird mit der Stückzahl multipliziert. Die beiden Rechenwege nicht vertauschen.

Beispielaufgabe

Ein Kunde kauft eine Anleihe über 10.000,00 EUR Nennwert zum Kurs von 98,50. Wie hoch ist der Kurswert?

10.000,00 EUR × 98,5 ÷ 100 = 9.850,00 EUR

Stückzinsen

Nennwert × Zinssatz × Zinstage(100 × 360)

Der Käufer vergütet dem Verkäufer die Zinsen seit dem letzten Zinstermin. Gezählt wird nach 30/360.

Erklärung und Beispiel

Der Käufer eines festverzinslichen Wertpapiers vergütet dem Verkäufer die seit dem letzten Zinstermin aufgelaufenen Zinsen. Sie werden zusätzlich zum Kurswert bezahlt.

In der Prüfung: Gezählt wird nach 30/360, und die Stückzinsen gehören nicht zum Kurswert: Sie stehen in der Abrechnung als eigene Zeile.

Beispielaufgabe

Nennwert 10.000,00 EUR, Zinssatz 2,5 Prozent, seit dem letzten Zinstermin sind 120 Tage vergangen. Wie hoch sind die Stückzinsen?

10.000,00 EUR × 2,5 × 120 ÷ (100 × 360) = 83,33 EUR

Dividendenrendite

Dividende je Aktie × 100Kurs

Sie sagt, was die Ausschüttung bezogen auf den heutigen Kurs bringt. Steigt der Kurs, sinkt die Rendite.

Erklärung und Beispiel

Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Kurs. Sie zeigt, was die Dividende gemessen am eingesetzten Geld einbringt.

In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Börsenkurs, nicht der Nennwert der Aktie. Fällt der Kurs, steigt die Dividendenrendite, ohne dass mehr ausgeschüttet wird.

Beispielaufgabe

Eine Aktie notiert bei 84,00 EUR, die Dividende beträgt 2,52 EUR. Wie hoch ist die Dividendenrendite?

2,52 EUR × 100 ÷ 84,00 EUR = 3 Prozent

Anteilwert eines Fonds

FondsvermögenZahl der Anteile

Der Wert eines einzelnen Anteils, täglich neu ermittelt. Er ist der Rücknahmepreis; der Ausgabepreis liegt um den Ausgabeaufschlag darüber.

Erklärung und Beispiel

Das Fondsvermögen geteilt durch die Zahl der ausgegebenen Anteile, täglich neu ermittelt. Er ist zugleich der Rücknahmepreis.

In der Prüfung: Der Ausgabepreis liegt um den Ausgabeaufschlag darüber. Wer beide verwechselt, rechnet zu viele Anteile.

Beispielaufgabe

Das Fondsvermögen beträgt 246.400.000,00 EUR bei 2.200.000 Anteilen. Wie hoch ist der Anteilwert?

246.400.000,00 EUR ÷ 2.200.000 = 112,00 EUR

Zahl der erworbenen Anteile

AnlagebetragAusgabepreis

Meist mit drei Nachkommastellen, weil Fondsanteile in Bruchteilen gehandelt werden.

Erklärung und Beispiel

Der Anlagebetrag geteilt durch den Ausgabepreis. Fondsanteile werden in Bruchteilen gehandelt, deshalb geht die Rechnung fast nie glatt auf.

In der Prüfung: Geteilt wird durch den Ausgabepreis mit Aufschlag, nicht durch den Anteilwert. Sonst kommen zu viele Anteile heraus.

Beispielaufgabe

Angelegt werden 5.000,00 EUR, der Ausgabepreis beträgt 117,60 EUR. Wie viele Anteile werden erworben?

5.000,00 EUR ÷ 117,60 EUR = 42,517 Anteile

Ausgabeaufschlag

Anteilwert × Aufschlagssatz100

Er wird auf den Anteilwert AUFgeschlagen, nicht vom Anlagebetrag abgezogen. Wer ihn vom Anlagebetrag rechnet, kommt auf einen zu kleinen Betrag.

Erklärung und Beispiel

Der Aufschlag auf den Anteilwert, aus dem der Vertrieb bezahlt wird. Er fällt einmal beim Kauf an, nicht laufend.

In der Prüfung: Er wird auf den Anteilwert aufgeschlagen, nicht vom Anlagebetrag abgezogen. Fünf Prozent Aufschlag sind deshalb bezogen auf den Anlagebetrag nur rund 4,76 Prozent.

Beispielaufgabe

Der Anteilwert beträgt 112,00 EUR, der Ausgabeaufschlag 5 Prozent. Wie hoch ist der Aufschlag?

112,00 EUR × 5 ÷ 100 = 5,60 EURDer Ausgabepreis beträgt damit 117,60 EUR.

Realrendite

(100 + Nominalzins) × 100(100 + Inflationsrate) − 100

Was nach dem Kaufkraftverlust übrig bleibt. Die Differenz Nominalzins minus Inflationsrate ist nur eine Näherung.

Erklärung und Beispiel

Was von der Verzinsung nach dem Kaufkraftverlust übrig bleibt. Sie ist das ehrliche Argument in der Vorsorgeberatung, weil sie zeigt, was ein sicherer Zins unterhalb der Inflation kostet.

In der Prüfung: Die einfache Differenz aus Nominalzins und Inflationsrate ist nur eine Näherung; hier wären es 1,50 statt 1,47 Prozent.

Beispielaufgabe

Der Nominalzins beträgt 3,5 Prozent, die Inflationsrate 2,0 Prozent. Wie hoch ist die Realrendite?

(100 + 3,5) × 100 ÷ (100 + 2,0) − 100 = 1,47 %

Durchschnittlicher Einstandspreis

Summe der AnlagebeträgeSumme der Anteile

Beim Sparplan die Antwort auf die Frage, ob sich die Einzahlungen gelohnt haben. Sie liegt unter dem Mittel der Preise, weil bei niedrigen Kursen mehr Anteile gekauft werden.

Erklärung und Beispiel

Die Summe aller Einzahlungen geteilt durch die Summe aller erworbenen Anteile. So beantwortet der Sparplan die Frage, zu welchem Preis der Bestand tatsächlich aufgebaut wurde.

In der Prüfung: Er liegt immer unter dem Mittelwert der Kurse, nie darüber. Wer den Durchschnitt der Preise rechnet, hat den Effekt nicht verstanden.

Beispielaufgabe

Ein Sparplan kauft zweimal für 600,00 EUR: einmal zu 50,00 EUR je Anteil, also 12 Anteile, einmal zu 40,00 EUR, also 15 Anteile. Wie hoch ist der Einstandspreis?

1.200,00 EUR ÷ 27 = 44,44 EURDas Mittel der beiden Preise wäre 45,00 EUR. Bei niedrigen Kursen werden mehr Anteile gekauft, deshalb liegt der Einstandspreis darunter.

Agentur und Vertrieb

Terminquote

Termine × 100Kontaktversuche

Der erste Schritt der Vertriebskette. Sie misst die Ansprache, nicht die Beratung.

Erklärung und Beispiel

Wie viele Kontaktversuche zu einem Termin führen. Sie misst die Ansprache, nicht die Beratung.

In der Prüfung: Bezugsgröße sind die Kontaktversuche, nicht die erreichten Kunden. Wer nur die Erreichten zählt, schönt die Quote.

Beispielaufgabe

Aus 300 Kontaktversuchen sind 45 Termine geworden. Wie hoch ist die Terminquote?

45 × 100 ÷ 300 = 15 %

Abschlussquote

Abschlüsse × 100Termine

Der zweite Schritt. Termin- und Abschlussquote gehören zusammen: Eine hohe Abschlussquote bei wenigen Terminen bringt keinen Bestand.

Erklärung und Beispiel

Wie viele Termine mit einem Abschluss enden. Sie misst die Beratung, also den zweiten Schritt der Vertriebskette.

In der Prüfung: Termin- und Abschlussquote gehören zusammen: Eine hohe Abschlussquote bei wenigen Terminen bringt keinen Bestand.

Beispielaufgabe

Aus 45 Terminen sind 18 Abschlüsse geworden. Wie hoch ist die Abschlussquote?

18 × 100 ÷ 45 = 40 %

Anbündelungsquote (Vertragsdichte)

Zahl der VerträgeZahl der Kunden

Wie tief der Bestand durchdrungen ist. Wer sie umgekehrt rechnet, bekommt eine Zahl unter eins und deutet sie falsch.

Erklärung und Beispiel

Wie viele Verträge im Schnitt auf einen Kunden entfallen. Je höher sie ist, desto seltener wandert ein Kunde ganz ab.

In der Prüfung: Verträge durch Kunden, nicht umgekehrt. Kommt eine Zahl unter eins heraus, sind Zähler und Nenner vertauscht.

Beispielaufgabe

Eine Agentur betreut 1.400 Kunden mit 4.620 Verträgen. Wie hoch ist die Anbündelungsquote?

4.620 ÷ 1.400 = 3,3 Verträge je Kunde

Zuwachsrate

(neuer Wert − alter Wert) × 100alter Wert

Für Bestand, Beitrag oder Kundenzahl. Immer auf den ALTEN Wert beziehen.

Erklärung und Beispiel

Um wie viel Prozent ein Wert gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Für Bestand, Beitragssumme oder Kundenzahl derselbe Weg.

In der Prüfung: Bezugsgröße ist immer der alte Wert. Wer auf den neuen bezieht, bekommt eine zu kleine Rate.

Beispielaufgabe

Die Kundenzahl steigt von 1.250 auf 1.400. Wie hoch ist die Zuwachsrate?

(1.400 − 1.250) × 100 ÷ 1.250 = 12 %

Abschlussprovision

Bewertungssumme × Promillesatz1.000

Die Bewertungssumme ist bei der Lebensversicherung der Jahresbeitrag mal Laufzeit in Jahren, gedeckelt nach den Provisionsrichtlinien.

Erklärung und Beispiel

Die einmalige Vergütung für die Vermittlung, gerechnet auf die Bewertungssumme. Bei der Lebensversicherung ist das der Jahresbeitrag mal Laufzeit, gedeckelt nach den Provisionsrichtlinien.

In der Prüfung: Der Satz ist ein Promillesatz: durch 1.000, nicht durch 100.

Beispielaufgabe

Die Bewertungssumme beträgt 30.000,00 EUR, der Provisionssatz 25 Promille. Wie hoch ist die Abschlussprovision?

30.000,00 EUR × 25 ÷ 1.000 = 750,00 EUR

Bestandsprovision

Jahresnettobeitrag × Provisionssatz100

Die laufende Vergütung für die Betreuung. Sie rechnet auf den Netto-, nicht auf den Bruttobeitrag.

Erklärung und Beispiel

Die laufende Vergütung für die Betreuung eines bestehenden Vertrags. Sie fließt Jahr für Jahr, solange der Vertrag lebt.

In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Jahresnettobeitrag, also ohne Versicherungsteuer und ohne Ratenzahlungszuschlag.

Beispielaufgabe

Der Jahresnettobeitrag beträgt 480,00 EUR, der Provisionssatz 4 Prozent. Wie hoch ist die Bestandsprovision?

480,00 EUR × 4 ÷ 100 = 19,20 EUR im Jahr

Stornohaftungsrückforderung

gezahlte Abschlussprovision × Restmonate der HaftungszeitHaftungszeit in Monaten

Wird ein Vertrag in der Haftungszeit storniert, kommt die Provision anteilig zurück. Angefangene Monate zählen voll.

Erklärung und Beispiel

Wird ein Vertrag innerhalb der Haftungszeit beendet, verliert der Vermittler die Provision für die verbleibende Zeit. Bei der Lebensversicherung beträgt die Haftungszeit nach dem VAG mindestens fünf Jahre.

In der Prüfung: Zurückgefordert wird der Anteil der Restmonate, nicht der abgelaufenen. Angefangene Monate zählen voll.

Beispielaufgabe

Die Abschlussprovision betrug 750,00 EUR bei 60 Monaten Haftungszeit. Nach 24 Monaten wird storniert. Wie viel ist zurückzuzahlen?

750,00 EUR × 36 ÷ 60 = 450,00 EUR

Kundenwert

Deckungsbeitrag je Jahr × Verweildauer in Jahren − Akquisitionskosten

Er begründet, warum Bestandspflege mehr bringt als Neugeschäft: Der Deckungsbeitrag läuft weiter, die Akquisitionskosten fallen einmal an.

Erklärung und Beispiel

Was ein Kunde über die ganze Verbindung hinweg einbringt, abzüglich dessen, was seine Gewinnung gekostet hat. Er ist das Argument für Bestandspflege statt reiner Neukundenjagd.

In der Prüfung: Die Akquisitionskosten fallen nur einmal an, der Deckungsbeitrag läuft jedes Jahr weiter. Wer die Kosten jährlich abzieht, rechnet die Bestandspflege klein.

Beispielaufgabe

Ein Kunde bringt 145,00 EUR Deckungsbeitrag im Jahr, bleibt voraussichtlich 12 Jahre, seine Gewinnung kostete 380,00 EUR. Wie hoch ist der Kundenwert?

145,00 EUR × 12 Jahre − 380,00 EUR = 1.360,00 EUR

Zinsen

Zinsen nach Tagen

Kapital × Zinssatz × Tage100 × 360

Das Jahr hat 360 Tage, jeder Monat 30. So rechnet die Prüfung.

Erklärung und Beispiel

Die Grundformel der Zinsrechnung für Zeiträume unter einem Jahr. Kapital, Zinssatz und Zeit stehen oben, unten die 100 für die Prozente und die 360 für das Jahr.

In der Prüfung: Das Jahr hat 360 Tage, jeder Monat 30. Der erste Tag zählt nicht mit, der letzte schon.

Beispielaufgabe

Ein Kapital von 12.000,00 € wird 90 Tage lang mit 6 % verzinst. Wie hoch sind die Zinsen?

12.000,00 € × 6 × 90 ÷ (100 × 360) = 180,00 €

Zinsen nach Monaten

Kapital × Zinssatz × Monate100 × 12
Erklärung und Beispiel

Dieselbe Rechnung, wenn die Laufzeit in vollen Monaten angegeben ist. Unten steht dann 12 statt 360.

In der Prüfung: Nicht Tage und Monate mischen: Entweder 90 Tage mit ÷ 360 oder 3 Monate mit ÷ 12.

Beispielaufgabe

Ein Kapital von 12.000,00 € wird 3 Monate lang mit 6 % verzinst. Wie hoch sind die Zinsen?

12.000,00 € × 6 × 3 ÷ (100 × 12) = 180,00 €

Deckungsbeitrag und Gewinnschwelle

Verdiente Beiträge
variable Kosten
(Schadenaufwand, Abschlussprovisionen)
=Deckungsbeitrag
fixe Kosten
(Verwaltungskosten der Agentur)
=Betriebsergebnis (Gewinn oder Verlust)

Deckungsbeitrag der Agentur

verdiente Beiträge − variable Kosten

Was von den Beiträgen übrig bleibt, nachdem Schäden und Abschlussprovisionen bezahlt sind. Daraus müssen die Verwaltungskosten gedeckt werden.

Erklärung und Beispiel

Was von den Beiträgen übrig bleibt, nachdem Schäden und Abschlussprovisionen bezahlt sind. Aus diesem Betrag müssen die festen Verwaltungskosten gedeckt werden.

In der Prüfung: Variabel sind die Kosten, die mit jedem zusätzlichen Vertrag anfallen. Miete und Gehälter der Agentur gehören nicht dazu, sie sind fix.

Beispielaufgabe

Verdiente Beiträge 640.000,00 EUR, variable Kosten 448.000,00 EUR. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag?

640.000,00 EUR − 448.000,00 EUR = 192.000,00 EUR

Deckungsbeitrag je Vertrag

Jahresbeitrag − variable Kosten je Vertrag

Mal Vertragszahl ergibt den Deckungsbeitrag der Agentur.

Erklärung und Beispiel

Derselbe Gedanke auf einen einzelnen Vertrag heruntergerechnet. Die Bezugsgröße dieses Berufs ist der Vertrag, nicht das Stück.

In der Prüfung: Mal Vertragszahl ergibt den Deckungsbeitrag der Agentur; die Fixkosten geteilt durch ihn ergeben die Gewinnschwelle.

Beispielaufgabe

Ein Vertrag bringt 480,00 EUR Jahresbeitrag und verursacht 335,00 EUR variable Kosten. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag je Vertrag?

480,00 EUR − 335,00 EUR = 145,00 EUR

Gewinnschwelle in Verträgen (Break-Even)

FixkostenDeckungsbeitrag je Vertrag

Ab so vielen Verträgen sind die Verwaltungskosten der Agentur gedeckt.

Erklärung und Beispiel

Ab wie vielen Verträgen die festen Kosten der Agentur gedeckt sind. Jeder weitere Vertrag bringt seinen Deckungsbeitrag als Gewinn.

In der Prüfung: Geteilt wird durch den Deckungsbeitrag je Vertrag, nicht durch den Jahresbeitrag. Wer den Beitrag nimmt, kommt auf eine viel zu kleine Zahl.

Beispielaufgabe

Die Fixkosten der Agentur betragen 87.000,00 EUR im Jahr, der Deckungsbeitrag je Vertrag 145,00 EUR. Wo liegt die Gewinnschwelle?

87.000,00 EUR ÷ 145,00 EUR = 600 Verträge

Kritische Menge beim Tarifvergleich

(Grundpreis A − Grundpreis B)(Arbeitspreis B − Arbeitspreis A)

Der Verbrauch, bei dem zwei Tarife gleich teuer sind: beide Kostengeraden gleichsetzen und nach der Menge auflösen. Darunter gewinnt der mit dem kleineren Grundpreis, darüber der mit dem kleineren Arbeitspreis.

Erklärung und Beispiel

Zwei Tarife mit verschiedenem Grund- und Arbeitspreis sind bei genau einer Menge gleich teuer. Darunter gewinnt der mit dem kleineren Grundpreis, darüber der mit dem kleineren Arbeitspreis.

In der Prüfung: Beide Differenzen müssen so herum stehen, dass sie positiv sind: bei den Grundpreisen der teurere minus der billigere, bei den Arbeitspreisen umgekehrt.

Beispielaufgabe

Tarif A kostet 120,00 EUR Grundpreis und 0,28 EUR je Einheit, Tarif B 60,00 EUR und 0,34 EUR. Bei welcher Menge sind beide gleich teuer?

(120,00 EUR − 60,00 EUR) ÷ (0,34 EUR − 0,28 EUR) = 1.000 Einheiten

Sicherheitskoeffizient

(Istmenge − Gewinnschwellenmenge) × 100Istmenge

Um wie viel Prozent der Absatz einbrechen darf, bevor der Betrieb in die Verlustzone gerät.

Erklärung und Beispiel

Der Abstand zwischen der geplanten Menge und der Gewinnschwelle, in Prozent der geplanten Menge. Er zeigt, wie viel Luft nach unten bleibt.

In der Prüfung: Bezugsgröße ist die Ist- oder Planmenge, nicht die Gewinnschwellenmenge.

Beispielaufgabe

Geplant sind 800 Stück, die Gewinnschwelle liegt bei 600 Stück. Wie hoch ist der Sicherheitskoeffizient?

(800 − 600) × 100 ÷ 800 = 25 ProzentDer Absatz dürfte also um ein Viertel einbrechen, bevor Verluste entstehen.

Erfolg und Rentabilität

Eigenkapitalrentabilität

Gewinn × 100Eigenkapital

Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.

Erklärung und Beispiel

Wie gut sich das eigene Geld verzinst hat. Sie zeigt, ob sich das Unternehmen für den Inhaber mehr lohnt als eine Anlage bei der Bank.

In der Prüfung: Im Nenner steht nur das Eigenkapital, nicht das Gesamtkapital.

Beispielaufgabe

Der Gewinn beträgt 24.000,00 €, das Eigenkapital 150.000,00 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität?

24.000,00 € × 100 ÷ 150.000,00 € = 16 %

Gesamtkapitalrentabilität

(Gewinn + Fremdkapitalzinsen) × 100Gesamtkapital
Erklärung und Beispiel

Wie gut das gesamte eingesetzte Kapital gearbeitet hat, gleich ob eigenes oder geliehenes. Deshalb werden die Fremdkapitalzinsen wieder dazugerechnet.

In der Prüfung: Die Fremdkapitalzinsen gehören in den Zähler, denn sie sind Ertrag des Gesamtkapitals, auch wenn sie beim Gewinn schon abgezogen wurden.

Beispielaufgabe

Der Gewinn beträgt 24.000,00 €, die Fremdkapitalzinsen 6.000,00 €, das Gesamtkapital 250.000,00 €. Wie hoch ist die Gesamtkapitalrentabilität?

(24.000,00 € + 6.000,00 €) × 100 ÷ 250.000,00 € = 12 %

Umsatzrentabilität

Gewinn × 100Umsatz

Wie viel Gewinn in jedem Euro Umsatz steckt.

Erklärung und Beispiel

Wie viel Gewinn in jedem Euro Umsatz steckt. Im Einzelhandel sind einstellige Werte normal.

In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Umsatz, nicht das Kapital. Ein hoher Umsatz allein sagt nichts über den Erfolg.

Beispielaufgabe

Der Gewinn beträgt 24.000,00 € bei einem Umsatz von 600.000,00 €. Wie hoch ist die Umsatzrentabilität?

24.000,00 € × 100 ÷ 600.000,00 € = 4 %In jedem verkauften Euro stecken 4 Cent Gewinn.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital × 100Gesamtkapital

Anteil des Eigenkapitals am gesamten Kapital. Je höher, desto unabhängiger vom Kredit.

Erklärung und Beispiel

Der Anteil des eigenen Geldes am gesamten Kapital. Je höher sie ist, desto unabhängiger ist der Betrieb von Krediten und desto leichter bekommt er neue.

In der Prüfung: Sie ist eine Bilanzkennzahl, keine Erfolgskennzahl: Sie sagt nichts über den Gewinn.

Beispielaufgabe

Das Eigenkapital beträgt 150.000,00 €, das Gesamtkapital 250.000,00 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote?

150.000,00 € × 100 ÷ 250.000,00 € = 60 %

Wirtschaftlichkeit

LeistungKosten

Über 1 heißt: Es lohnt sich.

Erklärung und Beispiel

Das Verhältnis von Leistung zu Kosten. Über 1 heißt: Es kommt mehr heraus, als hineingesteckt wurde.

In der Prüfung: Sie ist eine Verhältniszahl ohne Einheit. Genau 1 heißt weder Gewinn noch Verlust.

Beispielaufgabe

Einer Leistung von 540.000,00 € stehen Kosten von 450.000,00 € gegenüber. Wie hoch ist die Wirtschaftlichkeit?

540.000,00 € ÷ 450.000,00 € = 1,2

Produktivität

Ausbringungsmenge (Output)Einsatzmenge (Input)

Je nach Betrieb als Umsatz je Quadratmeter Fläche, je Mitarbeiter oder je Arbeitsstunde.

Erklärung und Beispiel

Was aus dem Einsatz herauskommt, gemessen in Mengen oder Euro. Im Handel meist als Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche.

In der Prüfung: Anders als die Wirtschaftlichkeit vergleicht sie Mengen mit Mengen, nicht Euro mit Euro.

Beispielaufgabe

Ein Markt macht 480.000,00 € Umsatz auf 240 m² Verkaufsfläche. Wie hoch ist die Flächenproduktivität?

480.000,00 € ÷ 240 m² = 2.000,00 € je m²

Arbeitsproduktivität

Ausbringungsmenge (Output)Arbeitsstunden (Input)

Im Handel meist als Umsatz je Mitarbeiter oder Umsatz je Arbeitsstunde.

Erklärung und Beispiel

Der Ertrag je Arbeitsstunde oder je Mitarbeiter. Sie zeigt, ob mehr Personal auch mehr bringt.

In der Prüfung: Im Nenner stehen Arbeitsstunden oder Mitarbeiterzahl, nicht die Personalkosten.

Beispielaufgabe

Ein Betrieb erwirtschaftet 480.000,00 € Umsatz bei 12.000 Arbeitsstunden. Wie hoch ist die Arbeitsproduktivität?

480.000,00 € ÷ 12.000 Stunden = 40,00 € je Stunde

Anlagendeckungsgrad I

Eigenkapital × 100Anlagevermögen

Goldene Bilanzregel: Langfristig gebundenes Vermögen soll langfristig finanziert sein.

Erklärung und Beispiel

Er zeigt, welcher Teil des Anlagevermögens mit Eigenkapital finanziert ist. Je höher, desto unabhängiger steht das Unternehmen da.

In der Prüfung: Im Nenner steht das Anlagevermögen, nicht die Bilanzsumme. Mit der Bilanzsumme wäre es die Eigenkapitalquote.

Beispielaufgabe

Eigenkapital 480.000,00 EUR, Anlagevermögen 800.000,00 EUR. Wie hoch ist der Anlagendeckungsgrad I?

480.000,00 EUR × 100 ÷ 800.000,00 EUR = 60 Prozent

Anlagendeckungsgrad II

(Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) × 100Anlagevermögen

Soll über 100 % liegen, dann ist auch ein Teil des Umlaufvermögens langfristig finanziert.

Erklärung und Beispiel

Hier kommt das langfristige Fremdkapital dazu. Langfristig gebundenes Vermögen soll auch langfristig finanziert sein, der Wert sollte über 100 Prozent liegen.

In der Prüfung: Der Bilanzgewinn zählt als kurzfristiges Fremdkapital, sofern nichts anderes gesagt ist, und gehört damit nicht in den Zähler.

Beispielaufgabe

Eigenkapital 480.000,00 EUR, langfristiges Fremdkapital 400.000,00 EUR, Anlagevermögen 800.000,00 EUR. Wie hoch ist der Anlagendeckungsgrad II?

(480.000,00 EUR + 400.000,00 EUR) × 100 ÷ 800.000,00 EUR = 110 ProzentÜber 100 Prozent, die Fristenkongruenz ist gewahrt.

Liquidität 1. Grades

flüssige Mittel × 100kurzfristige Verbindlichkeiten
Erklärung und Beispiel

Wie viel der kurzfristigen Schulden sofort aus Kasse und Bank zu zahlen wäre. Ein niedriger Wert ist normal, Geld soll arbeiten und nicht liegen.

In der Prüfung: Flüssige Mittel sind Kasse, Bank und Schecks. Forderungen zählen hier noch nicht mit.

Beispielaufgabe

Flüssige Mittel 60.000,00 EUR, kurzfristige Verbindlichkeiten 200.000,00 EUR. Wie hoch ist die Liquidität 1. Grades?

60.000,00 EUR × 100 ÷ 200.000,00 EUR = 30 Prozent

Liquidität 2. Grades

(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen) × 100kurzfristige Verbindlichkeiten

Richtwert 100 %: Die kurzfristigen Schulden sollen aus Geld und Forderungen zu decken sein.

Erklärung und Beispiel

Der wichtigste der drei Grade: Geld und kurzfristige Forderungen gegen die kurzfristigen Schulden. Der Richtwert liegt bei 100 Prozent.

In der Prüfung: Vorräte gehören nicht dazu, sie müssen erst verkauft werden. Wer sie einrechnet, hat den 3. Grad.

Beispielaufgabe

Flüssige Mittel 60.000,00 EUR, kurzfristige Forderungen 150.000,00 EUR, kurzfristige Verbindlichkeiten 200.000,00 EUR. Wie hoch ist die Liquidität 2. Grades?

(60.000,00 EUR + 150.000,00 EUR) × 100 ÷ 200.000,00 EUR = 105 Prozent

Liquidität 3. Grades

Umlaufvermögen × 100kurzfristige Verbindlichkeiten
Erklärung und Beispiel

Das gesamte Umlaufvermögen gegen die kurzfristigen Schulden, also einschließlich der Vorräte. Der Richtwert liegt bei etwa 200 Prozent.

In der Prüfung: Ein hoher Wert ist nicht automatisch gut: Er kann auch heißen, dass zu viel Kapital im Lager steckt.

Beispielaufgabe

Umlaufvermögen 320.000,00 EUR, kurzfristige Verbindlichkeiten 200.000,00 EUR. Wie hoch ist die Liquidität 3. Grades?

320.000,00 EUR × 100 ÷ 200.000,00 EUR = 160 Prozent

Abschreibung

Nettoanschaffungspreis (ohne Umsatzsteuer)
Preisminderung (Rabatt, Skonto, Bonus)
+Anschaffungsnebenkosten (Transport, Montage, Umbau)
=Anschaffungskosten
Anschaffungskosten
Abschreibungsbetrag nach dem 1. Jahr
=Buchwert nach dem 1. Jahr
Abschreibungsbetrag nach dem 2. Jahr
=Buchwert nach dem 2. Jahr

Abschreibungsbetrag (linear)

AnschaffungskostenNutzungsdauer

Jedes Jahr derselbe Betrag. Anschaffungskosten − Abschreibung = Buchwert.

Erklärung und Beispiel

Anschaffungen über 1.000 € werden nicht sofort als Aufwand gebucht, sondern über ihre Nutzungsdauer verteilt. Linear heißt: jedes Jahr derselbe Betrag.

In der Prüfung: Grundlage sind die Anschaffungskosten ohne Umsatzsteuer, aber mit Transport und Montage, und nach Abzug von Rabatt und Skonto.

Beispielaufgabe

Eine Ladeneinrichtung kostet 24.000,00 € und wird über 8 Jahre abgeschrieben. Wie hoch ist der jährliche Abschreibungsbetrag?

24.000,00 € ÷ 8 Jahre = 3.000,00 € je JahrNach dem ersten Jahr beträgt der Buchwert 21.000,00 €.

Abschreibungssatz

100Nutzungsdauer

Der Prozentsatz, mit dem jedes Jahr abgeschrieben wird.

Erklärung und Beispiel

Derselbe Wert als Prozentsatz. Praktisch, wenn mehrere Gegenstände mit gleicher Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

In der Prüfung: Der Satz bezieht sich immer auf die Anschaffungskosten, nicht auf den jeweiligen Buchwert. Das gilt nur bei der linearen Abschreibung.

Beispielaufgabe

Ein Gegenstand wird über 8 Jahre abgeschrieben. Wie hoch ist der Abschreibungssatz?

100 ÷ 8 Jahre = 12,5 % je Jahr

Verteilung, Durchschnitt und Prozent

Verteilungsrechnung

Anteil = Gesamtbetrag × VerteilungsschlüsselSumme der Schlüssel

Teilt einen Betrag nach einem Schlüssel auf: nach Fläche, Menge oder Köpfen.

Erklärung und Beispiel

Teilt einen Gesamtbetrag nach einem Schlüssel auf, etwa nach Fläche, Menge oder Anzahl der Personen. Jeder Anteil bekommt so viel, wie sein Schlüsselwert im Verhältnis zur Summe aller Schlüssel ausmacht.

In der Prüfung: Zuerst die Summe aller Schlüsselwerte bilden, dann jeden Anteil einzeln rechnen. Die Probe: Die Anteile müssen zusammen wieder den Gesamtbetrag ergeben.

Beispielaufgabe

3.000,00 € Lagerkosten werden nach Fläche verteilt: Bereich A hat 400 m², Bereich B 200 m². Was trägt Bereich A?

3.000,00 € × 400 m² ÷ 600 m² = 2.000,00 €Bereich B trägt die restlichen 1.000,00 €.

Durchschnitt

Summe der WerteAnzahl der Werte

Gewichtet: (Wert₁ × Menge₁ + Wert₂ × Menge₂) ÷ (Menge₁ + Menge₂).

Erklärung und Beispiel

Die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Sind die Werte unterschiedlich stark vertreten, wird gewichtet gerechnet.

In der Prüfung: Beim gewichteten Durchschnitt wird durch die Summe der Mengen geteilt, nicht durch die Anzahl der Werte.

Beispielaufgabe

Vier Filialen setzen 18.000, 22.000, 26.000 und 14.000 € um. Wie hoch ist der durchschnittliche Umsatz?

(18.000 € + 22.000 € + 26.000 € + 14.000 €) ÷ 4 = 20.000,00 €

Prozentwert

Grundwert × Prozentsatz100

Umgestellt: Prozentsatz = Prozentwert × 100 ÷ Grundwert. Grundwert = Prozentwert × 100 ÷ Prozentsatz.

Erklärung und Beispiel

Der Anteil, der auf einen Prozentsatz entfällt. Der Grundwert ist dabei immer das Ganze, also 100 %.

In der Prüfung: Erst klären, was der Grundwert ist. Bei „12 % mehr als im Vorjahr“ ist es das Vorjahr, nicht das laufende Jahr.

Beispielaufgabe

Ein Umsatz von 3.400,00 € soll um 12 % steigen. Wie hoch ist der Zuwachs?

3.400,00 € × 12 ÷ 100 = 408,00 €

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