Bankkaufmann / Bankkauffrau
Formelsammlung
Alle Rechenwege für die Abschlussprüfung. Zu jeder Formel eine kurze Erklärung und eine Beispielaufgabe zum Nachrechnen.
Prozent und Durchschnitt
Durchschnitt
Gewichtet: (Wert₁ × Menge₁ + Wert₂ × Menge₂) ÷ (Menge₁ + Menge₂).
Erklärung und Beispiel
Die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Sind die Werte unterschiedlich stark vertreten, wird gewichtet gerechnet.
In der Prüfung: Beim gewichteten Durchschnitt wird durch die Summe der Mengen geteilt, nicht durch die Anzahl der Werte.
Beispielaufgabe
Vier Filialen setzen 18.000, 22.000, 26.000 und 14.000 € um. Wie hoch ist der durchschnittliche Umsatz?
(18.000 € + 22.000 € + 26.000 € + 14.000 €) ÷ 4 = 20.000,00 €
Prozentwert
Umgestellt: Prozentsatz = Prozentwert × 100 ÷ Grundwert. Grundwert = Prozentwert × 100 ÷ Prozentsatz.
Erklärung und Beispiel
Der Anteil, der auf einen Prozentsatz entfällt. Der Grundwert ist dabei immer das Ganze, also 100 %.
In der Prüfung: Erst klären, was der Grundwert ist. Bei „12 % mehr als im Vorjahr“ ist es das Vorjahr, nicht das laufende Jahr.
Beispielaufgabe
Ein Umsatz von 3.400,00 € soll um 12 % steigen. Wie hoch ist der Zuwachs?
3.400,00 € × 12 ÷ 100 = 408,00 €
Zinsen und Konten
| Verzinsung ab dem Tag der Einzahlung | |
| bis zum Vortag der Rückzahlung | |
| Sicht-, Termin-, Spareinlagen, Sparbriefe: 30/360 | |
| gewerbliche Termineinlagen: act/360 | |
| Kontokorrent: privat je Quartal, gewerblich je Monat | |
| auch Cent werden verzinst |
Zinsen (deutsche Methode 30/360)
Jeder Monat zählt 30 Tage, das Jahr 360. Gilt für Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie für Sparbriefe.
Erklärung und Beispiel
Der Standardweg für Einlagen: Jeder Monat zählt 30 Tage, das Jahr 360. Damit rechnest du Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie Sparbriefe ab.
In der Prüfung: Die Zinstage werden ab dem Tag der Einzahlung gezählt und enden am Vortag der Rückzahlung. Wer den Rückzahlungstag mitzählt, hat einen Tag zu viel.
Beispielaufgabe
Ein Kunde legt 12.000,00 EUR vom 10. März bis zum 10. September zu 2,50 Prozent an. Wie hoch sind die Zinsen?
12.000,00 EUR × 2,5 × 180 ÷ (100 × 360) = 150,00 EUR180 Tage: sechs volle Monate zu je 30 Tagen.
Zinsen (Eurozinsmethode act/360)
Die Tage werden echt gezählt, das Jahr bleibt bei 360. Gilt für Termineinlagen gewerblicher Kunden.
Erklärung und Beispiel
Hier werden die Tage echt gezählt, das Jahr bleibt bei 360. Sie gilt für Termineinlagen gewerblicher Kunden.
In der Prüfung: Der Unterschied zur deutschen Methode fällt nur bei Monaten mit 31 oder 28 Tagen auf. Genau dort wird geprüft, ob du die richtige Methode gewählt hast.
Beispielaufgabe
Eine GmbH legt 50.000,00 EUR vom 1. Juli bis zum 1. August zu 3,00 Prozent an. Wie hoch sind die Zinsen?
50.000,00 EUR × 3 × 31 ÷ (100 × 360) = 129,17 EURNach der deutschen Methode wären es 30 Tage und 125,00 EUR.
Vorfälligkeitsentgelt (Vorschusszinsen)
Betrag × (Habenzinssatz / 4) × 90 / (100 × 360)
Ein Viertel des Habenzinssatzes nach der 90-Tage-Methode. Frei bleiben 2.000 EUR je Kalendermonat und die Zinsen bis zwei Monate nach der Kapitalisierung.
Erklärung und Beispiel
Wer über eine gekündigte Spareinlage zu früh verfügt, zahlt Vorschusszinsen: ein Viertel des Habenzinssatzes für 90 Tage. Sie werden nur auf den Betrag berechnet, der über die Freibeträge hinausgeht.
In der Prüfung: Frei bleiben 2.000,00 EUR je Kalendermonat. Wer die Vorschusszinsen auf die volle Verfügung rechnet statt nur auf den überschießenden Teil, bekommt einen zu hohen Betrag.
Beispielaufgabe
Ein Kunde verfügt über 6.000,00 EUR aus einer Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist, Habenzinssatz 2,00 Prozent. Wie hoch sind die Vorschusszinsen?
(6.000,00 EUR − 2.000,00 EUR) × 0,5 × 90 ÷ (100 × 360) = 5,00 EUR0,5 Prozent sind ein Viertel des Habenzinssatzes von 2,00 Prozent.
Progressive Verzinsung
für jedes Anlagejahr der dafür vereinbarte Satz
Bei Spareinlagen mit Kündigungsfrist steigt der Zinssatz mit jedem vollendeten Jahr. Jedes Jahr wird einzeln gerechnet.
Erklärung und Beispiel
Bei Spareinlagen mit Kündigungsfrist steigt der Zinssatz mit jedem vollendeten Anlagejahr. Jedes Jahr wird mit seinem eigenen Satz gerechnet, nicht mit einem Durchschnitt.
In der Prüfung: Der Zinssatz des letzten Jahres gilt nicht rückwirkend für die ganze Laufzeit. Wer damit rechnet, kommt auf einen deutlich zu hohen Ertrag.
Beispielaufgabe
5.000,00 EUR liegen zwei Jahre an, im ersten Jahr zu 1,00 Prozent, im zweiten zu 2,00 Prozent. Wie hoch ist der Zinsertrag ohne Zinseszins?
5.000,00 EUR × 1 ÷ 100 + 5.000,00 EUR × 2 ÷ 100 = 150,00 EUR
Zinsen bei Kontoüberziehung
Für den eingeräumten Teil gilt der Dispozinssatz, für den geduldeten darüber hinaus der Überziehungszinssatz. Beide werden nach Tagen gerechnet.
Erklärung und Beispiel
Für den eingeräumten Verfügungsrahmen gilt der Dispositionszinssatz, für den Teil darüber hinaus der höhere Überziehungszinssatz. Beide werden nach Tagen abgerechnet.
In der Prüfung: Wird das eingeräumte Limit überschritten, zerfällt die Rechnung in zwei Teile. Der höhere Satz gilt nur für den überschießenden Betrag, nicht für die ganze Summe.
Beispielaufgabe
Ein Konto mit 2.000,00 EUR Dispositionsrahmen steht 30 Tage lang bei 2.500,00 EUR im Soll. Dispositionszins 11,00 Prozent, Überziehungszins 16,00 Prozent. Wie hoch sind die Zinsen?
2.000,00 EUR × 11 × 30 ÷ (100 × 360) + 500,00 EUR × 16 × 30 ÷ (100 × 360) = 25,00 EUR18,33 EUR auf den Rahmen, 6,67 EUR auf die Überziehung.
Zinseszins (Endkapital)
Kapital × Zinsfaktor hoch Anzahl der Jahre
Der Zinsfaktor ist 1 + Zinssatz ÷ 100, bei 3 Prozent also 1,03. Bleiben die Zinsen im Kapital, wird über zwei Jahre auch schrittweise gerechnet: erst das erste Jahr, dann auf das erhöhte Kapital.
Erklärung und Beispiel
Bleiben die Zinsen im Kapital, werden sie im nächsten Jahr mitverzinst. Der Zinsfaktor ist 1 plus Zinssatz geteilt durch 100, bei 3,00 Prozent also 1,03.
In der Prüfung: Über zwei oder drei Jahre erwartet die Prüfung oft den Weg in Schritten. Wer einfach die Jahreszinsen addiert, lässt den Zinseszins weg und liegt zu niedrig.
Beispielaufgabe
5.000,00 EUR werden zwei Jahre zu 3,00 Prozent angelegt, die Zinsen bleiben stehen. Wie hoch ist das Endkapital?
5.000,00 EUR × 1,03 × 1,03 = 5.304,50 EUROhne Zinseszins wären es 5.300,00 EUR, die 4,50 EUR sind die Zinsen auf die Zinsen.
Sparbriefarten
Zinsertrag = Rückzahlungsbetrag − Anlagebetrag
Normalverzinslich zahlt jährlich aus, aufgezinst erst am Ende, abgezinst schon beim Kauf über einen niedrigeren Ausgabepreis. Für die Verzinsung selbst gilt die Rendite.
Erklärung und Beispiel
Ein normalverzinslicher Sparbrief zahlt die Zinsen jährlich aus, ein aufgezinster erst am Ende, ein abgezinster wird schon beim Kauf unter dem Rückzahlungsbetrag ausgegeben. Der Zinsertrag ist immer die Differenz zwischen Rückzahlung und Anlagebetrag.
In der Prüfung: Beim abgezinsten Sparbrief ist der Ausgabepreis gesucht oder der Ertrag, nicht der Zinssatz. Für die Verzinsung selbst gilt die Rendite.
Beispielaufgabe
Ein abgezinster Sparbrief über zwei Jahre kostet 4.700,00 EUR, am Ende werden 5.000,00 EUR zurückgezahlt. Wie hoch ist der Zinsertrag?
5.000,00 EUR − 4.700,00 EUR = 300,00 EURDer gesamte Ertrag fließt erst bei Fälligkeit zu, also auch die Steuer erst dann.
Sparen, Förderung und Steuern
Merken · Reihenfolge beim Abzug
Erst den Freistellungsauftrag verrechnen, dann auf den Rest die Kapitalertragsteuer, darauf den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.
Bausparsumme
Bausparguthaben + Bauspardarlehen
Mindestsparguthaben und monatlicher Regelsparbeitrag sind Anteile dieser Summe. Welche, sagt der Tarif.
Erklärung und Beispiel
Die Bausparsumme ist das Ziel des Vertrags: Bausparguthaben plus Bauspardarlehen. Mindestsparguthaben und monatlicher Regelsparbeitrag sind Anteile davon, der Tarif nennt die Sätze.
In der Prüfung: Gefragt ist meist das Darlehen, nicht die Summe. Es ist die Bausparsumme abzüglich des angesparten Guthabens.
Beispielaufgabe
Eine Kundin hat eine Bausparsumme von 60.000,00 EUR und muss 40 Prozent ansparen. Wie hoch sind Mindestsparguthaben und Darlehen?
60.000,00 EUR × 40 ÷ 100 = 24.000,00 EUR Guthaben, 36.000,00 EUR Darlehen
Arbeitnehmer-Sparzulage
Bausparen 9 Prozent auf höchstens 470 EUR im Jahr, also bis 42,30 EUR. Vermögensbeteiligungen 20 Prozent auf höchstens 400 EUR, also bis 80,00 EUR.
Erklärung und Beispiel
Der Staat legt etwas auf vermögenswirksame Leistungen drauf, wenn das Einkommen unter der Grenze liegt. Der Satz hängt davon ab, wohin gespart wird.
In der Prüfung: Gefördert wird nur bis zum Höchstbetrag, nicht die volle Einzahlung. Beim Bausparen sind das 9 Prozent auf höchstens 470,00 EUR im Jahr, bei Vermögensbeteiligungen 20 Prozent auf höchstens 400,00 EUR.
Beispielaufgabe
Ein Azubi spart 480,00 EUR im Jahr in einen Bausparvertrag. Wie hoch ist die Arbeitnehmer-Sparzulage?
470,00 EUR × 9 ÷ 100 = 42,30 EURDie 10 EUR über dem Höchstbetrag werden nicht gefördert.
Sparer-Pauschbetrag
steuerpflichtiger Ertrag = Kapitalertrag − Freistellungsauftrag
1.000 EUR je Person, 2.000 EUR bei zusammenveranlagten Ehegatten. Versteuert wird nur, was darüber liegt.
Erklärung und Beispiel
Bis zum Sparer-Pauschbetrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Er beträgt 1.000,00 EUR je Person und 2.000,00 EUR bei zusammenveranlagten Ehegatten.
In der Prüfung: Versteuert wird nur der Teil über dem Freibetrag. Wer die Steuer auf den vollen Ertrag rechnet, zieht zu viel ab.
Beispielaufgabe
Ein Kunde hat 1.600,00 EUR Zinsen und einen Freistellungsauftrag über 1.000,00 EUR. Wie hoch ist der steuerpflichtige Ertrag?
1.600,00 EUR − 1.000,00 EUR = 600,00 EUR
Kapitalertragsteuer
Darauf kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und, bei Kirchensteuerpflicht, 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer.
Erklärung und Beispiel
Auf Kapitalerträge behält die Bank 25 Prozent Kapitalertragsteuer ein und führt sie ab. Damit ist die Einkommensteuer auf diese Erträge abgegolten.
In der Prüfung: Bemessungsgrundlage ist der Ertrag nach Abzug des Freistellungsauftrags, nicht der volle Zinsbetrag.
Beispielaufgabe
600,00 EUR sind steuerpflichtig. Wie hoch ist die Kapitalertragsteuer?
600,00 EUR × 25 ÷ 100 = 150,00 EUR
Solidaritätszuschlag
Bezugsgröße ist die Steuer, nicht der Ertrag. Das ist die häufigste Fehlerquelle in dieser Rechnung.
Erklärung und Beispiel
Auf die Kapitalertragsteuer kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt zusätzlich 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer, ebenfalls auf die Steuer.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist die Steuer, nicht der Ertrag. Das ist die häufigste Fehlerquelle in dieser Rechnung.
Beispielaufgabe
Die Kapitalertragsteuer beträgt 150,00 EUR. Wie hoch ist der Solidaritätszuschlag?
150,00 EUR × 5,5 ÷ 100 = 8,25 EURAuf 600,00 EUR gerechnet wären es 33,00 EUR, also viermal zu viel.
Kredit und Ratenrechnung
| Kreditbetrag | |
| + | Zinsen für die gesamte Laufzeit |
| + | Bearbeitungsentgelt und weitere Kosten |
| = | Gesamtbetrag des Kredits |
| ÷ | Anzahl der Raten |
| = | Monatsrate |
Gesamtbetrag eines Ratenkredits
Kreditbetrag + Zinsen + Kosten
Das ist die Zahl, die der Kunde am Ende wirklich zurückzahlt. Sie steht auch im Kreditvertrag.
Erklärung und Beispiel
Der Gesamtbetrag ist, was der Kunde über die ganze Laufzeit zurückzahlt: Kreditbetrag, Zinsen und alle Kosten. Er steht so auch im Kreditvertrag.
In der Prüfung: Bei Ratenkrediten laufen die Zinsen oft auf den vollen Kreditbetrag, obwohl die Schuld mit jeder Rate sinkt. Genau deshalb liegt der effektive Jahreszins über dem Nominalzins.
Beispielaufgabe
Ein Kredit über 12.000,00 EUR läuft 3 Jahre, der Nominalzins beträgt 5,00 Prozent auf den vollen Betrag. Wie hoch ist der Gesamtbetrag?
12.000,00 EUR + 12.000,00 EUR × 5 × 3 ÷ 100 = 13.800,00 EUR
Ratenhöhe
Bei Ratenkrediten laufen die Zinsen meist auf den vollen Betrag, obwohl die Schuld sinkt. Deshalb liegt der effektive Jahreszins über dem Nominalzins.
Erklärung und Beispiel
Die Monatsrate ist der Gesamtbetrag geteilt durch die Anzahl der Raten. Bei 3 Jahren sind das 36 Raten.
In der Prüfung: Erst den Gesamtbetrag bilden, dann teilen. Wer den Kreditbetrag teilt und die Zinsen vergisst, kommt auf eine zu niedrige Rate.
Beispielaufgabe
Der Gesamtbetrag beträgt 13.800,00 EUR bei 36 Monatsraten. Wie hoch ist die Rate?
13.800,00 EUR ÷ 36 = 383,33 EUR
Effektiver Jahreszins
enthält Nominalzins, Bearbeitungsentgelt und alle laufzeitabhängigen Kosten
Die Preisangabenverordnung schreibt ihn vor. Nur er macht zwei Angebote vergleichbar.
Erklärung und Beispiel
Der effektive Jahreszins enthält den Nominalzins und alle laufzeitabhängigen Kosten, etwa das Bearbeitungsentgelt. Die Preisangabenverordnung schreibt ihn vor.
In der Prüfung: Nur er macht zwei Angebote vergleichbar. In der Prüfung ist meist zu begründen, warum er über dem Nominalzins liegt, und nicht, ihn selbst auszurechnen.
Beispielaufgabe
Zwei Banken bieten 4,50 Prozent nominal. Bank A verlangt kein Entgelt, Bank B 2 Prozent Bearbeitungsentgelt. Welches Angebot ist günstiger?
Vergleich der effektiven Jahreszinsen, nicht der Nominalzinsen = Bank ABei gleichem Nominalzins entscheidet allein, was an Kosten dazukommt.
Annuität
Die Rate bleibt gleich. In ihr wächst der Tilgungsanteil jedes Jahr um die ersparten Zinsen.
Erklärung und Beispiel
Die Annuität ist die gleichbleibende Jahresrate aus Zins und Tilgung. Weil die Restschuld sinkt, wird der Zinsanteil jedes Jahr kleiner und der Tilgungsanteil um denselben Betrag größer.
In der Prüfung: Der Tilgungssatz gilt nur für das erste Jahr. Ab dem zweiten wächst die Tilgung um die ersparten Zinsen, die Rate selbst bleibt gleich.
Beispielaufgabe
Ein Darlehen über 200.000,00 EUR wird mit 3,00 Prozent verzinst und mit 2,00 Prozent anfänglich getilgt. Wie hoch ist die Jahresrate?
200.000,00 EUR × (3 + 2) ÷ 100 = 10.000,00 EURIm ersten Jahr 6.000,00 EUR Zinsen und 4.000,00 EUR Tilgung, monatlich 833,33 EUR.
Tilgungsdarlehen (Abzahlungsdarlehen)
Rate = gleichbleibende Tilgung + Zinsen auf die Restschuld
Hier sinkt die Rate von Jahr zu Jahr, weil die Restschuld kleiner wird. Beim Festdarlehen wird erst am Ende getilgt.
Erklärung und Beispiel
Hier bleibt die Tilgung gleich und die Zinsen werden auf die sinkende Restschuld gerechnet. Deshalb wird die Rate von Jahr zu Jahr kleiner.
In der Prüfung: Beim Annuitätendarlehen bleibt die Rate gleich, beim Tilgungsdarlehen die Tilgung. Beim Festdarlehen wird erst am Ende in einer Summe getilgt.
Beispielaufgabe
100.000,00 EUR werden über 10 Jahre getilgt, Zinssatz 4,00 Prozent. Wie hoch ist die Rate im zweiten Jahr?
10.000,00 EUR + 90.000,00 EUR × 4 ÷ 100 = 13.600,00 EURIm ersten Jahr waren es noch 14.000,00 EUR.
Restschuld
Darlehen − Summe der bisherigen Tilgungen
Auf sie werden die Zinsen des nächsten Jahres gerechnet. Der Tilgungsplan schreibt beides Zeile für Zeile fort.
Erklärung und Beispiel
Die Restschuld ist das Darlehen abzüglich aller bisherigen Tilgungen. Auf sie werden die Zinsen des nächsten Jahres gerechnet.
In der Prüfung: Der Tilgungsplan schreibt beides Zeile für Zeile fort. Wer die Zinsen auf den ursprünglichen Darlehensbetrag rechnet, überschätzt sie ab dem zweiten Jahr.
Beispielaufgabe
Ein Annuitätendarlehen über 200.000,00 EUR, Rate 10.000,00 EUR, Zinssatz 3,00 Prozent. Wie hoch ist die Restschuld nach dem ersten Jahr?
200.000,00 EUR − (10.000,00 EUR − 6.000,00 EUR) = 196.000,00 EUR
Frei verfügbares Einkommen
Einnahmen − Ausgaben
Die Haushaltsrechnung zeigt, ob die Rate tragbar ist. Was übrig bleibt, muss die Rate und einen Puffer decken.
Erklärung und Beispiel
Die Haushaltsrechnung stellt alle Einnahmen allen Ausgaben gegenüber. Was übrig bleibt, muss die Rate tragen und noch einen Puffer lassen.
In der Prüfung: Die neue Rate gehört nicht zu den Ausgaben der Rechnung, sondern wird mit dem Ergebnis verglichen. Sonst wird sie doppelt abgezogen.
Beispielaufgabe
Einnahmen 2.800,00 EUR, Ausgaben 2.150,00 EUR. Ist eine Rate von 383,33 EUR tragbar?
2.800,00 EUR − 2.150,00 EUR = 650,00 EUR freiDie Rate ist gedeckt, es bleiben 266,67 EUR Puffer.
Pfändungsfreibetrag
unpfändbarer Grundbetrag + Zuschläge für Unterhaltspflichten
Auf dem Pfändungsschutzkonto bleibt dieser Betrag geschützt. Gepfändet werden kann nur, was darüber hinausgeht.
Erklärung und Beispiel
Auf einem Pfändungsschutzkonto bleibt ein Grundbetrag geschützt, dazu Zuschläge für jede Unterhaltspflicht. Gepfändet werden kann nur, was darüber hinausgeht.
In der Prüfung: Der Freibetrag hängt an der Zahl der Unterhaltspflichten, nicht an der Höhe der Schulden. Die aktuellen Beträge stehen in der Pfändungstabelle.
Beispielaufgabe
Auf dem Konto gehen 2.200,00 EUR ein, der Freibetrag liegt bei 1.500,00 EUR. Wie viel ist pfändbar?
2.200,00 EUR − 1.500,00 EUR = 700,00 EUR
Avalprovision
Beim Gewährleistungsaval zahlt der Kunde für die Bürgschaft der Bank, nicht für ausgezahltes Geld.
Erklärung und Beispiel
Beim Aval leiht die Bank kein Geld, sondern ihre Bonität: Sie bürgt für den Kunden. Bezahlt wird dafür eine Provision auf den Avalbetrag, gerechnet nach Tagen.
In der Prüfung: Weil kein Geld fließt, gibt es keine Zinsen, sondern eine Provision. Der Satz liegt deutlich unter einem Kreditzinssatz.
Beispielaufgabe
Ein Gewährleistungsaval über 80.000,00 EUR läuft 180 Tage, die Provision beträgt 1,50 Prozent im Jahr. Wie hoch ist sie?
80.000,00 EUR × 1,5 × 180 ÷ (100 × 360) = 600,00 EUR
Skontobetrag
Der Abzug bei Zahlung innerhalb der Skontofrist.
Erklärung und Beispiel
Ein Abzug fürs schnelle Zahlen. Der Rechnungsbetrag sind 100 %, bei 2 % Skonto werden 98 % überwiesen.
In der Prüfung: Skonto wird vom Rechnungsbetrag nach Rabatt gerechnet, nicht vom Listenpreis.
Beispielaufgabe
Eine Rechnung über 2.400,00 € wird mit 2 % Skonto bezahlt. Wie hoch ist der Skontobetrag?
2.400,00 € × 2 ÷ 100 = 48,00 €Überwiesen werden 2.352,00 €.
Jahreszins des Lieferantenkredits
Rechnet den entgangenen Skonto in einen Jahreszins um. So wird sichtbar, ob ein Bankkredit günstiger wäre.
Erklärung und Beispiel
Wer den Skonto verfallen lässt, kauft sich Zeit und bezahlt sie mit dem entgangenen Abzug. Diese Rechnung macht daraus einen Jahreszins.
In der Prüfung: Im Nenner steht die gewonnene Zeit, also Zahlungsziel minus Skontofrist, nicht das ganze Zahlungsziel.
Beispielaufgabe
Zahlungsbedingung: 30 Tage netto, bei Zahlung binnen 10 Tagen 2 Prozent Skonto. Wie teuer ist der Lieferantenkredit?
2 × 360 ÷ (30 − 10) = 36 Prozent im JahrDeutlich teurer als jeder Dispositionskredit, deshalb lohnt sich Skonto fast immer.
Baufinanzierung und Beleihung
Merken · Grundlage
Der Beleihungswert wird nach der Beleihungswertermittlungsverordnung bestimmt, im Sachwert- oder im Ertragswertverfahren. Er liegt bewusst unter dem Marktwert.
| Jahresrohertrag (Miete ohne Betriebskosten) | |
| − | Bewirtschaftungskosten |
| = | Reinertrag |
| − | Bodenwertverzinsung |
| = | Gebäudereinertrag |
| × | Vervielfältiger |
| = | Gebäudeertragswert |
| + | Bodenwert |
| = | Ertragswert |
Beleihungsgrenze
Bis hierhin gilt das Darlehen als erstrangig gesichert. Bei Wohnimmobilien liegt der Satz meist bei 60 Prozent des Beleihungswerts.
Erklärung und Beispiel
Die Beleihungsgrenze ist der Teil des Beleihungswerts, bis zu dem ein Darlehen als erstrangig gesichert gilt. Bei Wohnimmobilien liegt sie meist bei 60 Prozent.
In der Prüfung: Sie wird vom Beleihungswert gerechnet, nicht vom Kaufpreis. Der Beleihungswert liegt bewusst unter dem Marktwert.
Beispielaufgabe
Der Beleihungswert eines Hauses beträgt 300.000,00 EUR, die Beleihungsgrenze 60 Prozent. Wie hoch ist der erstrangig gesicherte Betrag?
300.000,00 EUR × 60 ÷ 100 = 180.000,00 EUR
Beleihungsauslauf
Der Anteil, den das Darlehen vom Beleihungswert ausmacht. Je höher er ist, desto teurer wird der Zinssatz.
Erklärung und Beispiel
Der Beleihungsauslauf sagt, welchen Anteil das Darlehen vom Beleihungswert ausmacht. Je höher er ist, desto größer das Risiko der Bank und desto teurer der Zinssatz.
In der Prüfung: Gerechnet wird Darlehen im Verhältnis zum Beleihungswert. Wer den Kaufpreis als Bezugsgröße nimmt, kommt auf einen zu günstigen Wert.
Beispielaufgabe
Ein Darlehen über 240.000,00 EUR steht einem Beleihungswert von 300.000,00 EUR gegenüber. Wie hoch ist der Beleihungsauslauf?
240.000,00 EUR × 100 ÷ 300.000,00 EUR = 80 ProzentÜber der Beleihungsgrenze von 60 Prozent, der Teil darüber wird mit einem Aufschlag verzinst.
Sachwert
Bodenwert + Gebäudesachwert + Wert der Außenanlagen
Für selbst genutzte Häuser. Gefragt ist, was Grundstück und Gebäude kosten würden.
Erklärung und Beispiel
Das Sachwertverfahren fragt, was Grundstück und Gebäude kosten würden. Es wird bei selbst genutzten Häusern angewandt, wo keine Miete als Maßstab dient.
In der Prüfung: Der Bodenwert wird getrennt ermittelt und am Ende addiert. Beim Ertragswertverfahren dagegen wird seine Verzinsung vorher abgezogen.
Beispielaufgabe
Bodenwert 120.000,00 EUR, Gebäudesachwert 260.000,00 EUR, Außenanlagen 20.000,00 EUR. Wie hoch ist der Sachwert?
120.000,00 EUR + 260.000,00 EUR + 20.000,00 EUR = 400.000,00 EUR
Bodenwert
Grundstücksfläche × Bodenrichtwert
Der Bodenrichtwert je Quadratmeter kommt vom Gutachterausschuss.
Erklärung und Beispiel
Der Bodenwert ist die Grundstücksfläche mal dem Bodenrichtwert je Quadratmeter. Den Richtwert veröffentlicht der Gutachterausschuss.
In der Prüfung: Gefragt ist die Grundstücksfläche, nicht die Wohnfläche. Beide stehen oft nebeneinander in der Aufgabe.
Beispielaufgabe
Ein Grundstück misst 480 Quadratmeter, der Bodenrichtwert beträgt 250,00 EUR je Quadratmeter. Wie hoch ist der Bodenwert?
480 × 250,00 EUR = 120.000,00 EUR
Eigenkapitalanteil
Gesamtkosten sind Kaufpreis plus Nebenkosten. Der Finanzierungsbedarf ist der Rest.
Erklärung und Beispiel
Der Eigenkapitalanteil misst, welchen Teil der Gesamtkosten der Kunde selbst trägt. Gesamtkosten sind Kaufpreis und Nebenkosten zusammen.
In der Prüfung: Die Nebenkosten gehören dazu: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler. Wer nur den Kaufpreis ansetzt, rechnet den Anteil zu hoch.
Beispielaufgabe
Kaufpreis 350.000,00 EUR, Nebenkosten 35.000,00 EUR, Eigenkapital 77.000,00 EUR. Wie hoch ist der Eigenkapitalanteil?
77.000,00 EUR × 100 ÷ 385.000,00 EUR = 20 ProzentDer Finanzierungsbedarf beträgt 308.000,00 EUR.
Wertpapiere und Rendite
Merken · Zinsmethode
Euro-Rentenwerte werden nach act/act gerechnet, Floater nach act/360.
Rendite (Effektivverzinsung)
[Nominalzinssatz + (Rückzahlungskurs − Erwerbskurs) / Laufzeit] × 100 / Erwerbskurs
Der Kursgewinn wird über die Laufzeit verteilt und auf den Erwerbskurs bezogen. Bei Rückzahlung zu 100 steht dort die 100.
Erklärung und Beispiel
Die Rendite ist der tatsächliche Ertrag einer Anleihe: der laufende Zins plus der Kursgewinn bis zur Rückzahlung, verteilt über die Laufzeit und bezogen auf den Erwerbskurs.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Erwerbskurs, nicht der Nennwert. Wer unter pari kauft, hat eine höhere Rendite als der Nominalzins verspricht.
Beispielaufgabe
Eine Anleihe mit 3,00 Prozent Nominalzins wird zu 96,00 erworben und nach 4 Jahren zu 100,00 zurückgezahlt. Wie hoch ist die Rendite?
[3 + (100 − 96) ÷ 4] × 100 ÷ 96 = 4,17 Prozent
Kurswert
Anleihen werden in Prozent ihres Nennwerts notiert. Bei Aktien ist der Kurs ein Preis je Stück.
Erklärung und Beispiel
Anleihen werden in Prozent ihres Nennwerts notiert. Der Kurswert ist der Nennwert mal dem Kurs, geteilt durch 100.
In der Prüfung: Bei Aktien ist der Kurs dagegen ein Preis je Stück und wird mit der Stückzahl multipliziert. Die beiden Rechenwege nicht vertauschen.
Beispielaufgabe
Ein Kunde kauft eine Anleihe über 10.000,00 EUR Nennwert zum Kurs von 98,50. Wie hoch ist der Kurswert?
10.000,00 EUR × 98,5 ÷ 100 = 9.850,00 EUR
Kaufpreis eines Wertpapiers
Kurswert + Provision + Courtage + Spesen
Beim Verkauf werden dieselben Posten abgezogen statt addiert.
Erklärung und Beispiel
Zum Kurswert kommen die Kosten des Geschäfts: Provision der Bank, Courtage des Maklers und Börsenspesen. Zusammen ergeben sie den Betrag, der dem Konto belastet wird.
In der Prüfung: Beim Verkauf werden dieselben Posten abgezogen statt addiert. Wer auch dort addiert, dreht das Vorzeichen des Ergebnisses.
Beispielaufgabe
Kurswert 9.850,00 EUR, Provision 0,5 Prozent, Courtage 7,50 EUR, Spesen 4,90 EUR. Wie hoch ist der Kaufpreis?
9.850,00 EUR + 49,25 EUR + 7,50 EUR + 4,90 EUR = 9.911,65 EUR
Ausgabeaufschlag (Agio)
Beim Investmentfonds. Ausgabepreis ist der Anteilwert plus Aufschlag, zurückgenommen wird zum Anteilwert.
Erklärung und Beispiel
Investmentfonds werden zum Ausgabepreis verkauft und zum Anteilwert zurückgenommen. Die Differenz ist der Ausgabeaufschlag, auch Agio genannt.
In der Prüfung: Der Aufschlag wird auf den Anteilwert gerechnet, nicht auf den Ausgabepreis. Wer rückwärts rechnet, kommt auf einen zu niedrigen Prozentsatz.
Beispielaufgabe
Der Anteilwert beträgt 50,00 EUR, der Ausgabeaufschlag 5 Prozent. Wie hoch ist der Ausgabepreis?
50,00 EUR + 50,00 EUR × 5 ÷ 100 = 52,50 EURBezogen auf den Ausgabepreis sind das nur 4,76 Prozent.
Disagio (Damnum, Abgeld)
Die Gegenrichtung zum Agio: Ausgezahlt wird weniger, zurückgezahlt der volle Nennbetrag. Das hebt den Effektivzins.
Erklärung und Beispiel
Das Disagio ist die Gegenrichtung zum Agio: Ausgezahlt wird weniger als der Nennbetrag, zurückgezahlt der volle Betrag. Bei Darlehen ist es eine vorweggenommene Zinszahlung.
In der Prüfung: Verzinst und getilgt wird der Nennbetrag, ausgezahlt der geringere. Genau deshalb liegt der effektive Jahreszins über dem Nominalzins.
Beispielaufgabe
Ein Darlehen über 100.000,00 EUR wird mit 4 Prozent Disagio ausgezahlt. Wie viel bekommt der Kunde?
100.000,00 EUR − 100.000,00 EUR × 4 ÷ 100 = 96.000,00 EUR
Depotentgelt
Meist je angefangenem Quartal und je Position. Der Mindestbetrag geht dem Prozentsatz vor: Ist der gerechnete Betrag kleiner, gilt der Mindestbetrag.
Erklärung und Beispiel
Für die Verwahrung von Wertpapieren berechnet die Bank ein Entgelt, meist als Satz vom Kurswert des Bestands. Abgerechnet wird oft je angefangenem Quartal und je Position.
In der Prüfung: Der Mindestbetrag geht dem Prozentsatz vor: Ist der gerechnete Betrag kleiner, gilt der Mindestbetrag.
Beispielaufgabe
Ein Depot enthält Papiere im Kurswert von 8.000,00 EUR, das Entgelt beträgt 0,12 Prozent, mindestens 15,00 EUR. Wie hoch ist es?
8.000,00 EUR × 0,12 ÷ 100 = 9,60 EUR, verglichen mit 15,00 EUR = 15,00 EUR
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Wie viele Jahresgewinne im Kurs stecken. Niedrig heißt eher günstig bewertet.
Erklärung und Beispiel
Das KGV sagt, wie viele Jahresgewinne im Kurs einer Aktie stecken. Ein niedriges KGV gilt als eher günstige Bewertung.
In der Prüfung: Im Nenner steht der Gewinn je Aktie, nicht der Gesamtgewinn der Gesellschaft. Das Ergebnis ist eine Zahl, kein Prozentsatz.
Beispielaufgabe
Eine Aktie notiert bei 84,00 EUR, der erwartete Gewinn je Aktie beträgt 6,00 EUR. Wie hoch ist das KGV?
84,00 EUR ÷ 6,00 EUR = 14
Dividendenrendite
Was die Dividende bezogen auf den Kurs einbringt.
Erklärung und Beispiel
Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Kurs. Sie zeigt, was die Dividende gemessen am eingesetzten Geld einbringt.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Börsenkurs, nicht der Nennwert der Aktie. Fällt der Kurs, steigt die Dividendenrendite, ohne dass mehr ausgeschüttet wird.
Beispielaufgabe
Eine Aktie notiert bei 84,00 EUR, die Dividende beträgt 2,52 EUR. Wie hoch ist die Dividendenrendite?
2,52 EUR × 100 ÷ 84,00 EUR = 3 Prozent
Innerer Wert einer Option
Call: Kurs des Basiswerts − Basispreis · Put: Basispreis − Kurs des Basiswerts
Nie negativ: Ist die Rechnung kleiner als null, ist der innere Wert null.
Erklärung und Beispiel
Der innere Wert ist der Betrag, den die sofortige Ausübung brächte. Beim Call ist das der Kurs des Basiswerts minus Basispreis, beim Put umgekehrt.
In der Prüfung: Der innere Wert ist nie negativ. Ergibt die Rechnung weniger als null, ist er null, und die Option besteht nur noch aus Zeitwert.
Beispielaufgabe
Ein Call hat den Basispreis 100,00 EUR, der Basiswert notiert bei 112,00 EUR. Wie hoch ist der innere Wert?
112,00 EUR − 100,00 EUR = 12,00 EURBei einem Kurs von 95,00 EUR wäre er null, nicht minus 5,00 EUR.
Zeitwert einer Option
Optionspreis − innerer Wert
Der Aufschlag für die verbleibende Laufzeit. Am Verfallstag ist er null.
Erklärung und Beispiel
Der Zeitwert ist der Aufschlag für die verbleibende Laufzeit: die Chance, dass sich der Kurs noch bewegt. Am Verfallstag ist er null.
In der Prüfung: Er ist die Differenz zwischen Optionspreis und innerem Wert. Wer den inneren Wert vergisst, hält den ganzen Optionspreis für Zeitwert.
Beispielaufgabe
Der Optionsschein kostet 15,50 EUR, der innere Wert beträgt 12,00 EUR. Wie hoch ist der Zeitwert?
15,50 EUR − 12,00 EUR = 3,50 EUR
Bilanz lesen
Merken · Vorgaben der Prüfung
Der Bilanzgewinn gilt als kurzfristiges Fremdkapital, sofern nichts anderes angegeben ist. Gerechnet wird mit dem Betriebsergebnis, nicht mit dem Jahresüberschuss, und gemeint ist der Abschluss des gewerblichen Kunden, nicht der der Bank.
Eigenkapitalquote
Erklärung und Beispiel
Der Anteil des eigenen Geldes am gesamten Kapital. Je höher sie ist, desto unabhängiger ist der Betrieb von Krediten und desto leichter bekommt er neue.
In der Prüfung: Sie ist eine Bilanzkennzahl, keine Erfolgskennzahl: Sie sagt nichts über den Gewinn.
Beispielaufgabe
Das Eigenkapital beträgt 150.000,00 €, das Gesamtkapital 250.000,00 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote?
150.000,00 € × 100 ÷ 250.000,00 € = 60 %
Anlagendeckungsgrad I
Erklärung und Beispiel
Er zeigt, welcher Teil des Anlagevermögens mit Eigenkapital finanziert ist. Je höher, desto unabhängiger steht das Unternehmen da.
In der Prüfung: Im Nenner steht das Anlagevermögen, nicht die Bilanzsumme. Mit der Bilanzsumme wäre es die Eigenkapitalquote.
Beispielaufgabe
Eigenkapital 480.000,00 EUR, Anlagevermögen 800.000,00 EUR. Wie hoch ist der Anlagendeckungsgrad I?
480.000,00 EUR × 100 ÷ 800.000,00 EUR = 60 Prozent
Anlagendeckungsgrad II
Langfristiges Vermögen soll langfristig finanziert sein. Unter 100 Prozent ist das nicht der Fall.
Erklärung und Beispiel
Hier kommt das langfristige Fremdkapital dazu. Langfristig gebundenes Vermögen soll auch langfristig finanziert sein, der Wert sollte über 100 Prozent liegen.
In der Prüfung: Der Bilanzgewinn zählt als kurzfristiges Fremdkapital, sofern nichts anderes gesagt ist, und gehört damit nicht in den Zähler.
Beispielaufgabe
Eigenkapital 480.000,00 EUR, langfristiges Fremdkapital 400.000,00 EUR, Anlagevermögen 800.000,00 EUR. Wie hoch ist der Anlagendeckungsgrad II?
(480.000,00 EUR + 400.000,00 EUR) × 100 ÷ 800.000,00 EUR = 110 ProzentÜber 100 Prozent, die Fristenkongruenz ist gewahrt.
Cash-flow
Betriebsergebnis + planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen + Zuführung zu den langfristigen Rückstellungen
Zurückgerechnet werden die Posten, die den Gewinn mindern, ohne Geld zu kosten.
Erklärung und Beispiel
Der Cash-flow zeigt, wie viel Geld das laufende Geschäft erwirtschaftet hat. Dafür werden Posten zurückgerechnet, die den Gewinn mindern, ohne Geld zu kosten.
In der Prüfung: Ausgangsgröße ist das Betriebsergebnis, nicht der Jahresüberschuss. Abschreibungen und Rückstellungen werden addiert, nicht abgezogen.
Beispielaufgabe
Betriebsergebnis 120.000,00 EUR, planmäßige Abschreibungen 45.000,00 EUR, Zuführung zu langfristigen Rückstellungen 15.000,00 EUR. Wie hoch ist der Cash-flow?
120.000,00 EUR + 45.000,00 EUR + 15.000,00 EUR = 180.000,00 EUR
Cash-flow-Rate
Erklärung und Beispiel
Die Cash-flow-Rate setzt den Cash-flow ins Verhältnis zum Umsatz. Sie zeigt, wie viel von jedem Euro Umsatz als Finanzkraft übrig bleibt.
In der Prüfung: Im Nenner stehen die Umsatzerlöse, nicht die Bilanzsumme. Mit der Bilanzsumme würde daraus eine ganz andere Kennzahl.
Beispielaufgabe
Cash-flow 180.000,00 EUR, Umsatzerlöse 1.200.000,00 EUR. Wie hoch ist die Cash-flow-Rate?
180.000,00 EUR × 100 ÷ 1.200.000,00 EUR = 15 Prozent
Eigenkapitalrentabilität
Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.
Erklärung und Beispiel
Wie gut sich das eigene Geld verzinst hat. Sie zeigt, ob sich das Unternehmen für den Inhaber mehr lohnt als eine Anlage bei der Bank.
In der Prüfung: Im Nenner steht nur das Eigenkapital, nicht das Gesamtkapital.
Beispielaufgabe
Der Gewinn beträgt 24.000,00 €, das Eigenkapital 150.000,00 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität?
24.000,00 € × 100 ÷ 150.000,00 € = 16 %
Umsatzrentabilität
Erklärung und Beispiel
Wie viel Gewinn in jedem Euro Umsatz steckt. Im Einzelhandel sind einstellige Werte normal.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist der Umsatz, nicht das Kapital. Ein hoher Umsatz allein sagt nichts über den Erfolg.
Beispielaufgabe
Der Gewinn beträgt 24.000,00 € bei einem Umsatz von 600.000,00 €. Wie hoch ist die Umsatzrentabilität?
24.000,00 € × 100 ÷ 600.000,00 € = 4 %In jedem verkauften Euro stecken 4 Cent Gewinn.
Debitorenziel (Kundenziel)
Hier 365 Tage, nicht 360 wie bei der Zinsrechnung.
Erklärung und Beispiel
Das Debitorenziel sagt, wie lange die Kunden im Schnitt brauchen, bis sie zahlen. Je länger, desto mehr Geld steckt in offenen Forderungen.
In der Prüfung: Hier wird mit 365 Tagen gerechnet, nicht mit 360 wie bei der Zinsrechnung. Das ist die häufigste Verwechslung in diesem Block.
Beispielaufgabe
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 150.000,00 EUR, Umsatzerlöse 1.200.000,00 EUR. Wie hoch ist das Debitorenziel?
150.000,00 EUR × 365 ÷ 1.200.000,00 EUR = 45,6 Tage
Kreditorenziel (Lieferantenziel)
Erklärung und Beispiel
Das Kreditorenziel zeigt, wie lange das Unternehmen selbst braucht, bis es seine Lieferanten bezahlt. Bezugsgröße ist der Materialaufwand.
In der Prüfung: Im Nenner steht der Materialaufwand, nicht der Umsatz. Wer den Umsatz nimmt, bekommt eine viel zu kurze Zahlungsfrist heraus.
Beispielaufgabe
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 80.000,00 EUR, Materialaufwand 640.000,00 EUR. Wie hoch ist das Kreditorenziel?
80.000,00 EUR × 365 ÷ 640.000,00 EUR = 45,6 Tage
Betriebsergebnis der Jahresabschlussanalyse
Merken · Wessen Abschluss
Gerechnet wird der Abschluss eines gewerblichen Kunden, nicht der der Bank: Grundlage der Kreditwürdigkeitsprüfung. Von den beiden Bestandszeilen trifft immer nur eine zu, je nachdem ob mehr oder weniger auf Lager liegt als im Vorjahr.
| Umsatzerlöse (netto) | |
| + | Bestandserhöhung an Erzeugnissen |
| − | Bestandsminderung an Erzeugnissen |
| + | andere aktivierte Eigenleistungen |
| + | sonstige betriebliche Erträge |
| − | Materialaufwand |
| − | Personalaufwand |
| − | planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen |
| − | sonstige betriebliche Aufwendungen |
| = | Betriebsergebnis |
Wozu das Betriebsergebnis
Bezugsgröße für Eigenkapital- und Umsatzrentabilität sowie für den Cash-flow
Es zeigt den Erfolg aus dem laufenden Geschäft, ohne Zinsen, Steuern und einmalige Posten.
Erklärung und Beispiel
Das Betriebsergebnis zeigt den Erfolg aus dem laufenden Geschäft, ohne Zinsen, Steuern und einmalige Posten. Es ist die Bezugsgröße der Rentabilitäten und des Cash-flow.
In der Prüfung: Die Kennzahlen der Prüfung rechnen mit diesem Wert, nicht mit dem Jahresüberschuss. Wer den Jahresüberschuss einsetzt, bekommt überall abweichende Ergebnisse.
Beispielaufgabe
Umsatzerlöse 1.200.000,00 EUR, Materialaufwand 640.000,00 EUR, Personalaufwand 320.000,00 EUR, Abschreibungen 45.000,00 EUR, sonstige betriebliche Aufwendungen 75.000,00 EUR. Wie hoch ist das Betriebsergebnis?
1.200.000,00 EUR − 640.000,00 EUR − 320.000,00 EUR − 45.000,00 EUR − 75.000,00 EUR = 120.000,00 EUR
Kalkulation im Aktivgeschäft
Merken · Grundlage
Teilkostenrechnung als prozessorientierte Standardeinzelkostenrechnung. Jeder Prozentsatz ist ein Satz je Jahr.
| Alternativzinssatz am Geld- und Kapitalmarkt | |
| + | Mindestkonditionenmarge aus: |
| direkt zurechenbaren Betriebskosten in Prozent | |
| Risikokosten in Prozent | |
| Eigenkapitalkosten in Prozent | |
| = | Preisuntergrenze des Aktivprodukts |
| Zinserlöse | |
| − | Alternativzinsen für die Anlage |
| = | Deckungsbeitrag I (Zins-Konditionenbeitrag) |
| + | direkt zurechenbare Provisionserlöse |
| − | direkt zurechenbare Betriebskosten |
| = | Deckungsbeitrag II (Netto-Konditionenbeitrag) |
| − | Risikokosten |
| − | Eigenkapitalkosten |
| = | Deckungsbeitrag III |
Preisuntergrenze
Alternativzinssatz + Mindestkonditionenmarge
Darunter verdient die Bank an dem Kredit nichts mehr. Auch für ein gewerbliches Darlehen gilt diese Rechnung.
Erklärung und Beispiel
Die Preisuntergrenze ist der Zinssatz, unter dem sich ein Kredit für die Bank nicht mehr lohnt. Sie besteht aus dem Alternativzinssatz am Geld- und Kapitalmarkt und der Mindestkonditionenmarge.
In der Prüfung: In der Marge stecken drei Bestandteile: Betriebskosten, Risikokosten und Eigenkapitalkosten. Wer einen vergisst, setzt die Grenze zu niedrig an.
Beispielaufgabe
Alternativzinssatz 3,20 Prozent, Betriebskosten 0,60 Prozent, Risikokosten 0,45 Prozent, Eigenkapitalkosten 0,25 Prozent. Wie hoch ist die Preisuntergrenze?
3,2 + 0,6 + 0,45 + 0,25 = 4,50 Prozent
Deckungsbeitrag I
Zinserlöse − Alternativzinsen
Was allein die Zinsmarge einbringt, verglichen mit einer Anlage am Geld- und Kapitalmarkt.
Erklärung und Beispiel
Der Deckungsbeitrag I ist der Zins-Konditionenbeitrag: was die Zinsmarge einbringt, verglichen mit einer Anlage am Geld- und Kapitalmarkt. Provisionen und Kosten sind noch nicht berücksichtigt.
In der Prüfung: Verglichen wird immer mit dem Alternativgeschäft am Markt, nicht mit den Kosten der Bank. Das ist der Kern der Marktzinsmethode.
Beispielaufgabe
Ein Kredit über 200.000,00 EUR bringt 5,50 Prozent Zinserlöse, der Alternativzinssatz beträgt 3,20 Prozent. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag I?
200.000,00 EUR × (5,5 − 3,2) ÷ 100 = 4.600,00 EUR
Deckungsbeitrag II
Deckungsbeitrag I + Provisionserlöse − Betriebskosten
Erklärung und Beispiel
Zum Deckungsbeitrag I kommen die direkt zurechenbaren Provisionserlöse, abgezogen werden die direkt zurechenbaren Betriebskosten. Das Ergebnis heißt Netto-Konditionenbeitrag.
In der Prüfung: Nur direkt zurechenbare Posten gehören hinein. Overhead-Kosten bleiben in dieser Rechnung außen vor.
Beispielaufgabe
Deckungsbeitrag I 4.600,00 EUR, Provisionserlöse 300,00 EUR, Betriebskosten 1.200,00 EUR. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag II?
4.600,00 EUR + 300,00 EUR − 1.200,00 EUR = 3.700,00 EUR
Deckungsbeitrag III
Deckungsbeitrag II − Risikokosten − Eigenkapitalkosten
Ohne Overhead-Kosten. Die Kosten der Eigenkapitalunterlegung stehen in der Aufgabe.
Erklärung und Beispiel
Vom Deckungsbeitrag II gehen Risikokosten und Eigenkapitalkosten ab. Was bleibt, ist der Beitrag des Geschäfts zum Betriebsergebnis.
In der Prüfung: Die Kosten der Eigenkapitalunterlegung stehen in der Aufgabe, sie sind nicht zu schätzen. Overhead-Kosten bleiben weiterhin draußen.
Beispielaufgabe
Deckungsbeitrag II 3.700,00 EUR, Risikokosten 900,00 EUR, Eigenkapitalkosten 500,00 EUR. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag III?
3.700,00 EUR − 900,00 EUR − 500,00 EUR = 2.300,00 EUR
Kalkulation im Passivgeschäft
| Alternativzinssatz für die Beschaffung | |
| − | direkt zurechenbare Betriebskosten in Prozent |
| = | Preisobergrenze des Passivprodukts |
| Alternativzinsen für die Beschaffung | |
| − | Zinskosten |
| = | Deckungsbeitrag I (Zins-Konditionenbeitrag) |
| + | direkt zurechenbare Provisionserlöse |
| − | direkt zurechenbare Betriebskosten |
| = | Deckungsbeitrag II und zugleich III |
Preisobergrenze
Alternativzinssatz − direkt zurechenbare Betriebskosten
Mehr darf die Bank dem Einleger nicht bieten, sonst zahlt sie drauf.
Erklärung und Beispiel
Im Passivgeschäft ist es umgekehrt: Die Preisobergrenze ist der höchste Zinssatz, den die Bank einem Einleger bieten kann. Sie ist der Alternativzinssatz für die Beschaffung minus die Betriebskosten.
In der Prüfung: Hier wird abgezogen, nicht addiert. Wer wie beim Aktivgeschäft aufschlägt, dreht die Grenze in die falsche Richtung.
Beispielaufgabe
Alternativzinssatz für die Beschaffung 3,00 Prozent, direkt zurechenbare Betriebskosten 0,40 Prozent. Wie hoch ist die Preisobergrenze?
3,0 − 0,4 = 2,60 Prozent
Deckungsbeitrag I im Passivgeschäft
Alternativzinsen − Zinskosten
Umgekehrt zum Aktivgeschäft: Der Vorteil entsteht, weil die Einlage billiger ist als Geld vom Markt.
Erklärung und Beispiel
Der Vorteil entsteht, weil die Einlage billiger ist als Geld vom Markt. Deshalb werden die Alternativzinsen für die Beschaffung um die tatsächlichen Zinskosten gemindert.
In der Prüfung: Im Aktivgeschäft steht der Alternativzins hinten, im Passivgeschäft vorn. Wer die Reihenfolge vertauscht, bekommt das Vorzeichen falsch.
Beispielaufgabe
Eine Einlage über 100.000,00 EUR wird mit 1,80 Prozent verzinst, der Alternativzinssatz für die Beschaffung beträgt 3,00 Prozent. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag I?
100.000,00 EUR × (3,0 − 1,8) ÷ 100 = 1.200,00 EUR
Warum hier II gleich III ist
Deckungsbeitrag II = Deckungsbeitrag III
Im Passivgeschäft fallen keine Risiko- und Eigenkapitalkosten an.
Erklärung und Beispiel
Im Passivgeschäft fallen keine Risiko- und Eigenkapitalkosten an: Die Bank leiht kein Geld aus, sie nimmt welches herein. Deshalb endet die Treppe schon beim Deckungsbeitrag II.
In der Prüfung: Wer aus Gewohnheit noch Risikokosten abzieht, verschenkt Punkte. Nach Deckungsbeitrag II kommt hier nichts mehr.
Beispielaufgabe
Deckungsbeitrag I 1.200,00 EUR, Provisionserlöse 150,00 EUR, Betriebskosten 400,00 EUR. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag III?
1.200,00 EUR + 150,00 EUR − 400,00 EUR = 950,00 EURDerselbe Wert wie der Deckungsbeitrag II.
Kundenkalkulation
| Konditionenbeiträge der Aktivgeschäfte | |
| + | Konditionenbeiträge der Passivgeschäfte |
| = | Deckungsbeitrag I |
| + | direkt zurechenbare Provisionserlöse |
| − | direkt zurechenbare Betriebskosten |
| = | Deckungsbeitrag II |
| − | direkt zurechenbare Risikokosten |
| − | direkt zurechenbare Eigenkapitalkosten |
| = | Deckungsbeitrag III des Kunden |
Deckungsbeitrag des Kunden
Summe aller Konditionenbeiträge − zurechenbare Kosten
Nicht das einzelne Produkt zählt, sondern was die gesamte Verbindung mit diesem Kunden einbringt.
Erklärung und Beispiel
Die Kundenkalkulation fasst alle Geschäfte einer Verbindung zusammen: Konditionenbeiträge aus Aktiv- und Passivgeschäften, Provisionen, abzüglich der zurechenbaren Kosten. So sieht man, was ein Kunde insgesamt einbringt.
In der Prüfung: Ein einzelnes Produkt kann sich nicht rechnen und die Verbindung trotzdem lohnen. Genau danach wird gefragt, wenn eine Konditionenbitte zu beurteilen ist.
Beispielaufgabe
Konditionenbeitrag Aktiv 4.600,00 EUR, Passiv 1.200,00 EUR, Provisionen 400,00 EUR, Betriebskosten 1.600,00 EUR, Risikokosten 900,00 EUR, Eigenkapitalkosten 500,00 EUR. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag III des Kunden?
4.600,00 EUR + 1.200,00 EUR + 400,00 EUR − 1.600,00 EUR − 900,00 EUR − 500,00 EUR = 3.200,00 EUR
Gesamtbetriebskalkulation: die Spannen
Merken · Bezugsgröße
Jede Spanne ist ein Prozentsatz der durchschnittlichen Bilanzsumme.
| Zinserträge − Zinsaufwendungen | |
| = | Zinsüberschuss (1), als Spanne: Bruttozinsspanne |
| Provisionsüberschuss (2), als Spanne: Provisionsspanne | |
| Verwaltungsaufwand (3), als Spanne: Bruttobedarfsspanne | |
| Teilbetriebsergebnis = (1) + (2) − (3) | |
| Nettoergebnis des Handelsbestands (4): Handelsspanne | |
| sonstiger betrieblicher Saldo (5): sonstige Ertragsspanne | |
| Bewertungsergebnis (6): Bewertungsspanne | |
| Betriebsergebnis (1) bis (6): Nettogewinnspanne |
Jede Spanne
So wird aus jedem Euro-Betrag der Gewinn- und Verlustrechnung eine Spanne in Prozent.
Erklärung und Beispiel
In der Gesamtbetriebskalkulation wird jeder Euro-Betrag der Gewinn- und Verlustrechnung auf die durchschnittliche Bilanzsumme bezogen. So werden Banken unterschiedlicher Größe vergleichbar.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist immer die durchschnittliche Bilanzsumme, nie der Umsatz oder das Eigenkapital. Sie steht in der Aufgabe.
Beispielaufgabe
Der Zinsüberschuss beträgt 60,0 Mio. EUR bei einer durchschnittlichen Bilanzsumme von 2.200 Mio. EUR. Wie hoch ist die Bruttozinsspanne?
60,0 × 100 ÷ 2.200 = 2,73 Prozent
Bruttoertragsspanne
Bruttozinsspanne + Provisionsspanne + Handelsspanne + sonstige Ertragsspanne
Erklärung und Beispiel
Die Bruttoertragsspanne fasst alle Ertragsspannen zusammen: Zins, Provision, Handel und die sonstigen betrieblichen Erträge. Sie ist die Ertragsseite der Bank in einer Zahl.
In der Prüfung: Der Verwaltungsaufwand gehört nicht hinein, er steht als Bruttobedarfsspanne auf der Gegenseite. Erst die Differenz ist der Bruttogewinn.
Beispielaufgabe
Bruttozinsspanne 2,73 Prozent, Provisionsspanne 2,27 Prozent, Handelsspanne 0,14 Prozent, sonstige Ertragsspanne 0,68 Prozent. Wie hoch ist die Bruttoertragsspanne?
2,73 + 2,27 + 0,14 + 0,68 = 5,82 Prozent
Bruttobedarfsspanne
Personalaufwandsspanne + Sachaufwandsspanne
Erklärung und Beispiel
Die Bruttobedarfsspanne ist der gesamte Verwaltungsaufwand als Spanne: Personalaufwand und Sachaufwand zusammen. Sie zeigt, was der Betrieb der Bank kostet.
In der Prüfung: Zum Sachaufwand gehören auch die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte. Wer sie weglässt, unterschätzt den Aufwand.
Beispielaufgabe
Personalaufwandsspanne 2,05 Prozent, Sachaufwandsspanne 2,09 Prozent. Wie hoch ist die Bruttobedarfsspanne?
2,05 + 2,09 = 4,14 Prozent
Bruttogewinnspanne
Bruttoertragsspanne − Bruttobedarfsspanne
Erklärung und Beispiel
Die Bruttogewinnspanne bleibt übrig, wenn vom Ertrag der Betriebsaufwand abgeht. Die Risikovorsorge ist darin noch nicht berücksichtigt.
In der Prüfung: Sie ist noch nicht das Ergebnis. Erst nach der Bewertungsspanne steht die Nettogewinnspanne.
Beispielaufgabe
Bruttoertragsspanne 5,82 Prozent, Bruttobedarfsspanne 4,14 Prozent. Wie hoch ist die Bruttogewinnspanne?
5,82 − 4,14 = 1,68 Prozent
Nettogewinnspanne
Bruttogewinnspanne − Bewertungsspanne
Das Ende der Kette: Was von jedem Euro Bilanzsumme als Betriebsergebnis übrig bleibt.
Erklärung und Beispiel
Am Ende der Kette steht die Nettogewinnspanne: was von jedem Euro Bilanzsumme als Betriebsergebnis übrig bleibt. Dafür geht von der Bruttogewinnspanne noch die Risikovorsorge ab.
In der Prüfung: Die Bewertungsspanne wird abgezogen, auch wenn sie in der Aufgabe ohne Vorzeichen steht. Sie ist ein Aufwand, kein Ertrag.
Beispielaufgabe
Bruttogewinnspanne 1,68 Prozent, Bewertungsspanne 0,86 Prozent. Wie hoch ist die Nettogewinnspanne?
1,68 − 0,86 = 0,82 Prozent
Wirtschaft und Soziales
Sozialversicherungsbeitrag
Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen je die Hälfte. Über der Beitragsbemessungsgrenze wird nicht weiter gerechnet.
Erklärung und Beispiel
Die Beiträge zur Sozialversicherung werden vom Bruttoentgelt gerechnet. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen sie je zur Hälfte, ausgenommen der Zusatzbeitrag und die Unfallversicherung.
In der Prüfung: Über der Beitragsbemessungsgrenze wird nicht weiter gerechnet. Wer sie übersieht, kommt bei hohen Gehältern auf zu hohe Beiträge.
Beispielaufgabe
Das Bruttoentgelt beträgt 3.200,00 EUR, der Beitragssatz zur Rentenversicherung 18,6 Prozent. Wie hoch ist der Anteil des Arbeitnehmers?
3.200,00 EUR × 18,6 ÷ 100 ÷ 2 = 297,60 EUR
Inflationsrate
Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr.
Erklärung und Beispiel
Die Inflationsrate misst, um wie viel der Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Sie ist eine Veränderungsrate, kein Preisniveau.
In der Prüfung: Bezugsgröße ist immer der ältere Index. Wer durch den neuen teilt, bekommt eine zu kleine Rate.
Beispielaufgabe
Der Verbraucherpreisindex steigt von 118,4 auf 121,0. Wie hoch ist die Inflationsrate?
(121,0 − 118,4) × 100 ÷ 118,4 = 2,2 Prozent
Arbeitslosenquote
Erwerbspersonen sind Erwerbstätige und Arbeitslose zusammen.
Erklärung und Beispiel
Die Arbeitslosenquote setzt die Zahl der Arbeitslosen ins Verhältnis zu allen Erwerbspersonen. Erwerbspersonen sind Erwerbstätige und Arbeitslose zusammen.
In der Prüfung: Im Nenner steht nicht die Bevölkerung und nicht die Zahl der Erwerbstätigen allein. Die Arbeitslosen gehören mit hinein.
Beispielaufgabe
In einer Region sind 2,4 Mio. Menschen erwerbstätig und 160.000 arbeitslos. Wie hoch ist die Arbeitslosenquote?
160.000 × 100 ÷ 2.560.000 = 6,25 Prozent
Nachfrageelastizität
Größer als 1 heißt elastisch: Die Menge reagiert stärker als der Preis. Kleiner als 1 heißt unelastisch.
Erklärung und Beispiel
Sie zeigt, wie stark die nachgefragte Menge auf eine Preisänderung reagiert. Über 1 heißt elastisch, unter 1 unelastisch.
In der Prüfung: Beide Größen sind Prozentwerte, nicht absolute Zahlen. Das Ergebnis wird üblicherweise ohne Vorzeichen angegeben.
Beispielaufgabe
Der Preis steigt um 10 Prozent, die nachgefragte Menge sinkt um 15 Prozent. Wie hoch ist die Nachfrageelastizität?
15 ÷ 10 = 1,5Über 1, die Nachfrage reagiert also elastisch.
Leistungsbilanzsaldo
Einnahmen aus dem Ausland − Ausgaben an das Ausland
Umfasst Waren, Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen. Ein Plus heißt Überschuss.
Erklärung und Beispiel
Die Leistungsbilanz erfasst Waren, Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen. Der Saldo ist die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben gegenüber dem Ausland.
In der Prüfung: Sie umfasst mehr als die Handelsbilanz. Wer nur Waren rechnet, lässt Dienstleistungen und Einkommen weg.
Beispielaufgabe
Warenexporte 1.560 Mrd. EUR, Warenimporte 1.320 Mrd. EUR, Saldo der Dienstleistungen minus 40 Mrd. EUR, Saldo der Einkommen 90 Mrd. EUR. Wie hoch ist der Leistungsbilanzsaldo?
1.560 − 1.320 − 40 + 90 = 290 Mrd. EUR Überschuss
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